Abwehrturm Ballas ist bei Dynamo ein stiller Leader

Am 5. Mai gegen 1860 München verletzte sich Florian Ballas schwer, wurde sofort von Doc Tino Lorenz (r.) und Physio Tobias Lange behandelt. Die aktuelle Verletzung ist dagegen nicht dramatisch.
Am 5. Mai gegen 1860 München verletzte sich Florian Ballas schwer, wurde sofort von Doc Tino Lorenz (r.) und Physio Tobias Lange behandelt. Die aktuelle Verletzung ist dagegen nicht dramatisch.  © Lutz Hentschel

Dresden - Die Schrecksekunde am Sonnabend war riesengroß. Als Florian Ballas mit dem linken Sprunggelenk umknickte, stand Trainer Uwe Neuhaus der Schock ins Gesicht geschrieben.

"Das wäre der Supergau", sagte der Coach mit Hinblick auf einen möglichen Ausfall seines "Abwehrturmes".

Am Montag gab es dann Entwarnung: Bei der MRT-Untersuchung wurde keine schwerwiegende Verletzung festgestellt, die Bänder sind intakt, im Gegensatz zum Einriss des vorderen Syndesmosebandes, den sich Ballas im Mai beim vorletzten Heimspiel gegen den TSV 1860 München im eigenen Stadion zugezogen hatte.

Die Reaktion von Neuhaus machte klar, wie wichtig Ballas für die Dresdner Innenverteidigung geworden ist. Nach kleinen Startschwierigkeiten entwickelte sich der 1,96-m-Mann zu einem der zweikampfstärksten Spieler der Liga. Seine Präsenz, sein starkes Kopfballspiel und seine Ausstrahlung machten ihn für Dynamo unverzichtbar. Dabei ist Ballas eher der ruhigere Typ.

Florian Ballas (hint.) während des Camps in Bad Gögging beim Trainingspiel im Zweikampf mit Pascal Testroet.
Florian Ballas (hint.) während des Camps in Bad Gögging beim Trainingspiel im Zweikampf mit Pascal Testroet.  © Robert Michael

"Ich bin nicht das extreme Sprachrohr. Ich haue mal einen Spruch raus oder rege mich über etwas auf. In der Hinsicht möchte ich den nächsten Schritt machen", sagt der ehemalige U19-Auswahlspieler.

Zusammen mit dem erfahrenen Sören Gonther, der sich selbst als extrovertiert bezeichnet, wird er das Duo in der Innenverteidigung bilden.

"Der Trainer sagt, dass der Ältere neben Dir das Wort hat. Aber wir haben eine mündige Mannschaft und jeder gibt seinen Senf dazu, wenn etwas nicht passt. Das ist auch wichtig. Man sollte sich nicht darauf versteifen, dass es nur ein, zwei Spieler auf dem Platz gibt, die für die Kommandos zuständig sind", macht Ballas klar.

Zwei Abstiege hat er mit seinem Heimatverein Saarbrücken und dem FSV Frankfurt bereits erlebt, weiß, wie wichtig richtige Typen im Team sind. "Es wird schwer, wenn man Charaktere in der Mannschaft hat, die sich im Abstiegskampf dann in ihr Schneckenhaus verkriechen", erinnert sich Ballas an die Zeit beim FSV. Der 24-Jährige blickt optimistisch auf die kommende Saison. Auch, weil er eine entscheidende Sache in der vergangenen Spielzeit bemerkt hat:

"Es gab ein, zwei Situation für uns, da hätte es ganz schnell in eine andere Richtung laufen können. Doch wir haben in schwierigen Phasen den Kopf oben behalten. Das ist sehr positiv."

Florian Ballas im Trainingslager in Bad Gögging. Der Innerverteidiger ist ein ruhiger Typ, „nicht das extreme Sprachrohr“.
Florian Ballas im Trainingslager in Bad Gögging. Der Innerverteidiger ist ein ruhiger Typ, „nicht das extreme Sprachrohr“.  © Robert Michael

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