Dynamo-Kapitän Hartmann redet Tacheles: "Darf so nie wieder vorkommen"

Einmal kurz durchschnaufen: Dynamos Patrick Möschl konnte sich nur kurz über seinen vermeintlichen Treffer freuen.
Einmal kurz durchschnaufen: Dynamos Patrick Möschl konnte sich nur kurz über seinen vermeintlichen Treffer freuen.  © Lutz Hentschel

Dresden - Ein 0:4 im eigenen Stadion? Das gab es für Dynamo lange nicht mehr. Sieht man mal vom Testspiel gegen den CFC im Winter ab. Die Heimspielpleite gegen den SV Sandhausen war für die Schwarz-Gelben eine regelrechte Schmach, ein bitterer Rückschlag in der 2. Bundesliga.

Die Fans feierten nach dem lang ersehnten Spielende trotzdem ihre Mannschaft, was die selbst verblüffte. "Das ist ganz großes Kino. So etwas habe ich noch erlebt, noch nie gesehen", sagte Patrick Möschl.

Der Österreicher hatte sich ein paar Sekunden über den Ausgleich freuen dürfen. Schiedsrichter Timo Gerach pfiff kurz zuvor aber ein Foul im Dresdner Strafraum und nahm den Gastgebern damit den Vorteil.

"Wenn das Tor zählt, kommt nochmal ein Schub durch die Mannschaft, durchs Stadion", ärgerte sich Möschl.

Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus war nicht mit jeder Schiedsrichter-Entscheidung glücklich, was er hier auch dem Assistenten deutlich machte.
Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus war nicht mit jeder Schiedsrichter-Entscheidung glücklich, was er hier auch dem Assistenten deutlich machte.

Allerdings hätte selbst das nicht darüber hinweggetäuscht, welche Schwierigkeiten die Dresdner mit der Spielweise der Gäste hatten.

Die verteidigten über 90 Minuten Mann gegen Mann und knackten damit offenbar den "Dynamo-Code".

"Wir konnten nicht von hinten rausspielen, weil dir immer einer jeden Millimeter nachgelaufen ist", berichtete Möschl.

SVS-Coach Kenan Kocak konnte sich für seinen taktischen Schachzug auf die Schulter klopfen:

"Wir haben uns was ausgedacht, Dynamo beobachtet. Das ist eines der spielstärksten Teams der 2. Liga, also mussten wir den Spielaufbau unterbrechen. Das ist uns ganz gut gelungen..."

Die Dynamos verzweifelten förmlich an den Gästen, zumal die mit ihren gefährlichen Kontern das Spiel eiskalt entschieden.

Marvin Schwäbe konnte einem schon leidtun - Dynamos Keeper musste den Ball viermal aus seinem Netz holen.
Marvin Schwäbe konnte einem schon leidtun - Dynamos Keeper musste den Ball viermal aus seinem Netz holen.  © Lutz Hentschel

Auch Marco Hartmann war natürlich enttäuscht und angefressen.

"Wir haben richtig auf die Schnauze gekriegt", sagte er im Vereins-TV. Vorher war er auf die Szene beim vermeintlichen 1:1 angesprochen worden.

"Natürlich muss der Schiri da abwarten. Das hat er auch gesehen , dass das nicht optimal war. Am Ende ein gravierender Fehler, von denen wir aber noch viel mehr gemacht haben. Auf diesem Niveau darfst du dir so etwas nicht erlauben, sonst holst du keinen einzigen Punkt mehr."

Dynamos Kapitän redete weiter Tacheles:

"Unsere Angriffsabsicherung war unfassbar schlecht, das taktische Verhalten bei allen drei Gegentoren in der zweiten Halbzeit katastrophal und desolat. Das darf so nie wieder vorkommen! Man darf mal 0:4 verlieren, aber so nicht.

Dass die Fans uns trotzdem feiern, tut gut. Das darf man aber nicht dazu benutzen, dass dieses Spiel zu schnell abgehakt wird. Das darf gerne jedem einzelnen Spieler noch richtig weh tun."

Marco Hartmann (l.) kämpfte zwar, hatte gegen Ex-Dynamo Tim Kister (Nummer 14) und dessen Truppe einen schweren Stand.
Marco Hartmann (l.) kämpfte zwar, hatte gegen Ex-Dynamo Tim Kister (Nummer 14) und dessen Truppe einen schweren Stand.  © Lutz Hentschel

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0