Vertragspoker mit „Fußball-Gott“ Eilers

Justin Eilers kickt mit dem Rücken zum Tor stehend den Ball per Hacke auf den Hansa-Kasten...
Justin Eilers kickt mit dem Rücken zum Tor stehend den Ball per Hacke auf den Hansa-Kasten...

Von Thomas Schmidt

Dresden - Justin Eilers hat seine Schuss-Stiefel aufpoliert und trifft nach seiner spätherbstlichen Ladehemmung wieder in schöner Regelmäßigkeit - und wie!

Sein 4:0 gegen Fortuna Köln wurde Kandidat bei der Abstimmung zum „Tor des Monats Februar“. In der ARD-Sportschau wurde am Sonnabend gezeigt: Nicht der Eilers-Treffer, sondern der Fallrückzieher von Thomas Müller gegen Augsburg hat gewonnen. Als ob es der 27-jährige Dresdner geahnt hatte: Rund vier Stunden vorher legte er eine Bewerbung für März nach, besorgte per Hacke aus spitzem Winkel das 1:0 gegen Hansa Rostock.

Damit dürfte der Name Eilers in den Notizbüchern einiger Fußball-Manager wieder dicker unterstrichen sein. Der Vertrag des 18-fachen Saison-Torschützen bei Dynamo läuft aus. „Deshalb muss auch niemand bei mir nachfragen, ob wir Justin abgeben würden“, erklärt Sportdirektor Ralf Minge. Das sei allein die Entscheidung des Profis. Minge: „Natürlich wollen wir ihn halten, wir stehen in ständigen Gesprächen.“

Gute Laune bei Justin Eilers (l.) und Sportdirektor Ralf Minge. Kommt dabei ein neuer Dynamo- -Vertrag heraus?
Gute Laune bei Justin Eilers (l.) und Sportdirektor Ralf Minge. Kommt dabei ein neuer Dynamo- -Vertrag heraus?

Fakt ist: Eilers hat noch nirgends unterschrieben. Auch ein Signum unter einen angeblichen Vorvertrag bei Noch-Bundesligist Hannover 96 bestreitet der gebürtige Braunschweiger vehement. Doch er weicht auch Fragen aus, wenn es um eine mögliche Zukunft in Dresden geht: „Wir wollen gemeinsam unser großes Ziel erreichen, nur das ist wichtig. Alles andere kommt später.“

Wenn es tatsächlich eine Offerte aus der 1. Bundesliga - außer Hannover - gibt, ist Eilers nicht zu halten. Zumal es in seinem Alter die letzte Chance sein dürfte, tatsächlich noch einmal ganz oben anzuklopfen. Anders sähe die Sache bei einem Zweitliga-Konkurrenten aus. Der müsste schon erheblich mehr an Gehalt bieten, um Eilers aus einer intakten Mannschaft und einem Umfeld wegzulocken, das ihn als „Fußball-Gott“ feiert.

Noch ist der Dresdner Aufstieg nicht perfekt. Je schneller das passiert, desto besser stehen die Karten in Sachen Eilers-Verlängerung. Mit seinen Treffern könnte die selbst beschleunigen - gern auch mit weiteren der Marke „Tor des Monats“.

Fotos: Dehli-News, Lutz Hentschel


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