Warum ist Comvalius der einzige Legionär bei Dynamo?

Sylvano Comvalius (re.) ist aktuell der einzige Legionär im Dynamo-Kader.
Sylvano Comvalius (re.) ist aktuell der einzige Legionär im Dynamo-Kader.

Dresden - Balkan-Block, Knödel-Connection, französische Fremdenlegion - bei Dynamo hat es in der Vergangenheit schon alles gegeben. In der kommenden Saison sieht das ganz anders aus.

Es ist schon fast ein Novum in der jüngeren Vereinsgschichte: Mit Sylvano Comvalius steht im aktuellen Dynamo-Kader nur noch ein ausländischer Profi - der „Fliegende Holländer“ als letzter Mohikaner.

Im Vorjahr wurde ihm mit Furhgill Zeldenrust wenigstens noch ein Landsmann zur Seite gestellt, doch das Thema hat sich bekanntlich erledigt.

„Deutsche Spieler vergleichbarer Qualität sind meist teurer“, hatte schon Ex-Sportdirektor Steffen Menze seine Transferpolitik im zweiten Zweitliga-Abenteuer begründet.

Die Tschechen Ivo Ulich, Tomas Votava und Pavel Pergl (v.l.) bildeten die erste „Knödel-Connection“ bei Dynamo.
Die Tschechen Ivo Ulich, Tomas Votava und Pavel Pergl (v.l.) bildeten die erste „Knödel-Connection“ bei Dynamo.

Zusammen mit dem damaligen Trainer Ralf Loose setzte man vor allem auf die französische Legion: Mit Romain Brégerie, Mickael Poté, Anthony Losilla, Idir Ouali, Cheikh Gueye und Lynel Kitambala kamen gleich sechs Spieler der Grande Nation nach Dresden, mit dem Algerier Mohamed Aoudia noch ein französisch-sprechender Profi dazu.

Die Gefahr der Grüppchenbildung erkannte man bei Dynamo zu spät - auch ein Grund für den Abstieg.

Das ist aber noch gar nichts gegen das „Team“ der Jahrtausendwende: Da bildeten bis zu neun Kicker vom Balkan einen regelrechten Block - die SGD wurde landläufig bereits als „Dynamovic“ bezeichnet.

Wie‘s besser funktionieren kann, zeigte die doppelte tschechische „Knödel-Connection“. Sowohl Ivo Ulich, Tomas Votava und Pavel Pergl in der ersten Zweitliga-Periode wie auch Filip Trojan und Pavel Fort zuletzt zählten zu den Besseren in der jeweiligen Truppe.

Die richtige Mischung macht‘s also, was aber eher mit Charakter und Qualität als mit der Nationalität zu tun hat. Und immerhin: Torwarttrainer Brano Arsenovic (Bosnien) und Co-Trainer Peter Németh (Slowakei) machen Dynamo neben Comvalius ein bisschen internationaler.

Die französische Brigade: Cheikh Gueye, Anthony Losilla, Romain Brégerie, Idir Ouali, Mickael Poté und Lynel Kitambala (v. r.), der Franko-Serbe Vujadin Savic (l.) kam aus Bordeaux.
Die französische Brigade: Cheikh Gueye, Anthony Losilla, Romain Brégerie, Idir Ouali, Mickael Poté und Lynel Kitambala (v. r.), der Franko-Serbe Vujadin Savic (l.) kam aus Bordeaux.
Veselin Popovic (v.) und Bane Bulatovic 1999 beim Dynamo-Training.
Veselin Popovic (v.) und Bane Bulatovic 1999 beim Dynamo-Training.

Fotos: Lutz Hentschel, Robert Michael


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