Magdeburg rechtfertigt Hausverbot für Dynamo-Fans

Einsatzkräfte der Polizei standen vor dem Magdeburger Stadion den Fans von Dynamo Dresden gegenüber.
Einsatzkräfte der Polizei standen vor dem Magdeburger Stadion den Fans von Dynamo Dresden gegenüber.

Magdeburg - Der 1. FC Magdeburg hat den Ausschluss von etwa 700 Dynamo-Fans vom Ost-Derby am Samstag gerechtfertigt.

"Mehr als 300 Dresdner Fans wollten sich ohne gültiges Ticket durch massive Gewalt den Eintritt in das Stadion verschaffen", hieß es in einer Mitteilung des Vereins am Sonntag. Nach dem Vorfall, bei dem es zahlreiche Verletzte gegeben habe, sei das Hausverbot ausgesprochen worden. Die Polizei bestätigte die gewaltsamen Übergriffe der Dynamo-Fans.

Der Auslöser dürfte der um 40 Minuten verspätete Fan-Zug mit den Dynamo-Anhängern gewesen sein. Dass die Schwarz-Gelben selbst dafür gesorgt hätten, dem widersprach Dynamo-Geschäftsführer Ralf Minge: „Das lag nicht daran, dass irgendwer eine Notbremse gezogen hätte.“

Fakt ist: Die Dresdner kamen zu spät zum Stadion und die Einlasskontrolle ging sehr zäh voran.

Rauchbombe aus dem Dresdner Block nach dem 2:2.
Rauchbombe aus dem Dresdner Block nach dem 2:2.

„Die Polizei und unsere Ordner wurden massiv angegriffen“, berichtet FCM-Sportchef Mario Kallnik. „Viele Fans waren auch ohne Tickets angereist. Deshalb haben wir die Hausverbote ausgesprochen.“

Minge wiederum war beim Anmarsch dabei und fand: „Es war das übliche Geplänkel, aber keine bürgerkriegsähnlichen Zustände.“ Aus seiner Sicht, hätte die Partie vielleicht eine Viertelstunde später angepfiffen werden können. „Doch das ist Sache der Polizei.“

Minge musste allerdings auch im Stadion eingreifen, als Böller und eine Rakete aus dem Dresdner Block flogen, nachdem Justin Eilers das 2:2 erzielte.

„Das, was im Stadion passierte, ist nicht zu entschuldigen“, so Minge. Während er die Anhänger beruhigen wollte, wurde der 55-Jährige vom Sicherheitsdienst abgeführt. „Das waren drei Ordner, dass ist mir zuletzt in der Disco passiert - nein Quatsch“, bewies Minge Galgenhumor.

Zugleich berichtete die Polizei von 250 zum Teil vermummten Magdeburgern, die nach dem Spiel Dresdner Fans sowie Polizisten angegriffen hätten.

Bei den Krawallen sind 15 Polizisten und ein Ordner verletzt worden. Es wurden 33 Anzeigen unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Raub und Widerstand erstattet. Mehr als 300 Personen wurden von den Einsatzkräften vorübergehend festgesetzt.

Als Dynamo-Sportchef Ralf Minge versuchte die Fans zu beruhigen, geriet er mit den Magdeburger Ordungskräften aneinander.
Als Dynamo-Sportchef Ralf Minge versuchte die Fans zu beruhigen, geriet er mit den Magdeburger Ordungskräften aneinander.

Fotos: Lutz Hentschel, dpa


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