Vom Fan zum Matchwinner: Dynamo feiert Kutschke

Ein Dynamo-Anhänger hatte ein Hemd mit Unterschriften mitgebracht und freute sich über das neue Kutschke-Autogramm.
Ein Dynamo-Anhänger hatte ein Hemd mit Unterschriften mitgebracht und freute sich über das neue Kutschke-Autogramm.

Von Thomas Schmidt

Dresden - „Als ich hierher gewechselt bin, ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Und nun das Siegtor zu schießen, ist einfach der Superlativ.“ Stefan Kutschke genoss nach seinem Startelf-Debüt inklusive 2:1-Krönung das Bad in der Menge.

Um gleich einzuschränken: „Noch schöner wäre es gewesen, den Treffer vorm K-Block zu erzielen, aber das hebe ich mir eben für später auf.“ Als Jugendlicher hatte der heute 27-Jährige auf den Rängen den Schwarz-Gelben die Daumen gedrückt, gestern machte er seinerseits die mehr als 28.000 Fans dort glücklich.

Es war die erste Partie über 90 Minuten für den 1,94-Meter-Mann seit November, als er für Nürnbergs Zweite in der Regionalliga Bayern stürmte. Bei den fränkischen Profis bekam er in der Zweitliga-Hinrunde nur Minuten-Einsätze. Genau wie zuletzt in Dresden. Doch nun nutzte er seine Chance nach Pascal Testroets Verletzungs-Ausfall und ackerte über die volle Distanz.

„Ab der 70. Minute haben sich die Waden mal kurz gemeldet, man merkt die fehlende Spielpraxis schon“, gibt Kutschke zu.

Auch Trainer Uwe Neuhaus blickte bei allem Lob kritisch auf die Partie zurück, aber hoffnungsvoll voraus: „Er hätte sicher aus der einen oder anderen Situation mehr machen können, aber das ist nicht nur eine Kraft-, sondern auch eine Kopffrage, wenn man so lange raus ist. In ein paar Wochen wird er anders agieren und für uns noch wertvoller werden.“

Zufrieden war der 56-Jährige natürlich trotzdem: „Stefan hat das 2:1-Siegtor geschossen und nur daran wird ein Stürmer gemessen.“

Akrobat schööön: Stefan Kutschke wollte es in der 6. Minute Pascal Testroet nachmachen - ging leider schief. Rund eine Stunde später traf er dann per Kopf.
Akrobat schööön: Stefan Kutschke wollte es in der 6. Minute Pascal Testroet nachmachen - ging leider schief. Rund eine Stunde später traf er dann per Kopf.

Neuhaus hatte schon vor der Partie vor der Spielstärke der Werder-Bubis gewarnt: „Doch so richtig wollte mir das keiner glauben. Aber die Partie hat mich bestätigt und ich bin wirklich sehr, sehr froh, dass wir gewonnen haben. Wir haben die Vorlage der Konkurrenten genutzt und im Gegensatz zu denen nicht gepatzt.“

War das ein Matchball in Sachen Aufstieg? Der Coach: „So weit würde ich nicht gehen, das werden die nächsten Wochen zeigen. Rückblickend kann man dann vielleicht davon sprechen. Aber wir haben definitiv drei ganz wichtige Punkte geholt.“

Einziger Wermutstropfen: Andreas Lambertz sah seine fünfte Gelbe, ist in Chemnitz gesperrt. Dafür meldete sich Quirin Moll mit einem 23-Minuten-Comeback rechtzeitig zurück.

Neuhaus: „Das passt tatsächlich, obwohl ich grundsätzlich natürlich lieber alle Spieler einsatzfähig sehen würde.“

Nur Fliegen ist schöner: Stefan Kutschke wäre nach seinem 2:1 am liebsten abgehoben.
Nur Fliegen ist schöner: Stefan Kutschke wäre nach seinem 2:1 am liebsten abgehoben.

Fotos: Lutz Hentschel


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0