Ein Warnschuss für Dynamo zur rechten Zeit?

Mit diesem Ergebnis, das am Ende des Ostderbys auf der Anzeigetafel im Erfurter Steigerwaldstadion leuchtete, hatte wohl niemand gerechnet. Einschließlich der beiden Trainer Uwe Neuhaus und Stefan Krämer (v.r.).
Mit diesem Ergebnis, das am Ende des Ostderbys auf der Anzeigetafel im Erfurter Steigerwaldstadion leuchtete, hatte wohl niemand gerechnet. Einschließlich der beiden Trainer Uwe Neuhaus und Stefan Krämer (v.r.).

Von Dirk Löpelt

Dresden - Es gibt Spiele, die darf man nicht verlieren. Und es gibt Spiele, die kann man eigentlich gar nicht verlieren. Dynamos Ostderby in Erfurt fällt in beide Kategorien. Durch den Fehlstart in die Restrückrunde hat der immer noch souveräne Drittliga-Spitzenreiter ein wenig vom komfortablen Polster eingebüßt.

Weil Verfolger Großaspach seine Partie in Stuttgart gewann, beträgt der Vorsprung auf den Tabellen-Zweiten jetzt „nur“ noch acht Punkte. Aber an diese Möglichkeit dachte nach dem bitteren 2:3 im Steigerwaldstadion erst mal keiner der Verlierer.

„Mich ärgert diese Niederlage ungemein, weil sie total überflüssig war“, meinte Dynamos Trainer Uwe Neuhaus.

Dem Zweikampf zwischen Marco Hartmann (r.) und Sebastian Tyrala folgte der Elfmeterpfiff.
Dem Zweikampf zwischen Marco Hartmann (r.) und Sebastian Tyrala folgte der Elfmeterpfiff.

Der für Erfurt glückliche Ausgleich durch „dieses Wurschteltor“ (Testroet) fiel natürlich zum psychologisch denkbar ungünstigsten Zeitpunkt praktisch mit dem Pausenpfiff.

Doch gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten Testroet, Justin Eilers und vor allem Sinan Tekerci gleich drei fast hundertprozentige Chancen. „Wir haben es einfach versäumt nachzulegen“, meinte auch Eilers. „Die haben sich dann mit Mann und Maus reingehau‘n.“

Die Thüringer, 35 Minuten total ängstlich, fanden plötzlich den Mut, gegen den Tabellenführer volles Risiko zu gehen. „Die waren aggressiv, wollten das Spiel kaputt machen. Das ist Abstiegskampf pur, das kenne ich“, sagte Abwehrchef und Kapitän Michael Hefele. „Damit sind wir nicht klargekommen, waren nicht mehr ruhig am Ball.“

Knackpunkt war natürlich der für Erfurt schmeichelhafte Elfmeter, den Schiri Dr. Jochen Drees nach einem Pressschlag zwischen Marco Hartmann und Sebastian Tyrala verhängte.

Okan Aydin (v.,r.) machte mit dem 3:1 in der 90. Minute alles klar für Erfurt.
Okan Aydin (v.,r.) machte mit dem 3:1 in der 90. Minute alles klar für Erfurt.

„Wir sind beide am Ball, Fuß an Fuß - er fällt hin, das macht er immer so, das wusste ich vorher“, hatte es Hartmann kommen sehen. „Es gibt auch viele Schiedsrichter, die das nicht pfeifen.“

Fatal war aber der Patzer im Aufbauspiel, der zu dieser Situation führte. „Ja, wir haben zu viele Fehler gemacht und vor allem die entscheidenden“, analysierte Neuhaus, der jetzt aber nicht in Panik verfällt.

„Wir wollen das nächste Woche gegen Mainz wieder gutmachen. Der Druck steigt natürlich auch. Ich glaube aber nicht, dass die Niederlage so tief sitzt, dass wir uns davon nicht erholen.“

Davon ist auch Sturmführer Testroet überzeugt: „Diese Niederlage wird uns nicht umhauen!“

Fotos: Picture Point, photoarena/Thomas Eisenhuth, Karina Hessland


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