Für Michelle: Testroet verzichtet auf Pokal-Kracher!

Pascal Testroet wird am 10. Oktober seine Michelle heiraten.
Pascal Testroet wird am 10. Oktober seine Michelle heiraten.

Von Dirk Löpelt und Sebastian Wutzler

Dresden - „Es gibt Dinge im Leben, die einfach wichtiger sind als alles andere.“ Sagt Pascal Testroet. Dynamos Derby-Held verzichtet schweren Herzens auf den Sachsenpokal-Kracher gegen den Chemnitzer FC!

Das wiederum aus erfreulichem Grund: Der 24-Jährige, der das goldene 1:0 gegen die Himmelblauen erzielt hatte, heiratet am 10. Oktober seine Verlobte Michelle.

Ausgerechnet am 10. Oktober. Dann empfängt Dynamo den Liga-Konkurrenten zur Neuauflage des Derbys. Testroet wird dann fehlen.

„Ich heirate!“, stellt er klar. In Zeven (übrigens dem Wohnort von Torsten Gütschow) werden an diesem Oktober-Sonnabend die Hochzeitsglocken läuten - komme, was da wolle.

Am Sonntag hatte Testroet zum Derbysieg gegen den CFC geschossen.
Am Sonntag hatte Testroet zum Derbysieg gegen den CFC geschossen.

„Das ist natürlich ärgerlich“, sagt „Paco“, der deswegen mit dem Verein aber keinen Ärger bekommt.

„Wir haben das ja noch in Bielefeld geplant. Der einzig freie Termin war diese Länderspielpause im Oktober - und eine Einladung von der A-Nationalmannschaft war nicht zu erwarten...“, nimmt‘s der Stürmer mit Humor.

„Ralf Minge hat mir schon bei den Vertragsgesprächen grünes Licht gegeben: Du kriegst hundertprozentig frei, hat er gesagt. Mit dem Trainer habe ich auch schon gesprochen, es gibt kein Problem.“

Schließlich konnte wirklich keiner damit rechnen, dass es bereits im Achtelfinale dieses Duell der Drittligisten geben würde.

„Meine Mitspieler haben mich schon geneckt: Wir kriegen bestimmt Aue - und du bist nicht da. Als es dann tatsächlich Chemnitz wurde, konnte ich‘s kaum glauben. Das ist wirklich sehr ärgerlich.“

Testroet kann am 10. Oktober nicht jubeln - zumindest nicht im Dynamo-Stadion.
Testroet kann am 10. Oktober nicht jubeln - zumindest nicht im Dynamo-Stadion.

Eine Absage oder eine Verschiebung der Hochzeit kam nicht in Frage - schließlich ist alles organisiert, das Aufgebot bestellt.

Profi hin oder her. „Ich würde sonst wirklich alles für den Fußball tun. Aber die Hochzeit platzen lassen? Da krieg‘ ich Probleme...“

Testroets letzte Hoffnung ist übrigens eine Verlegung des Pokalspiels auf Freitagabend: „Das wäre überragend.“ Aber wohl nicht realistisch, allein der Sicherheitsbedenken wegen.

„Unser Wunschtermin ist der Samstag. Das letzte Wort hat aber das Innenministerium“, sagt Lutz Mende, Spielleiter beim Sächsischen Fußball-Verband.

Der Sonntag ist aus zwei Gründen nicht machbar: Zum einen ist das Dresdner Stadion wegen des „ran Jahrhundertspiels Ost gegen West“ belegt, zum anderen sind sämtlich verfügbare Polizeikräfte beim Länderspiel Deutschland gegen Georgien in Leipzig gebunden.

Fotos: Lutz Hentschel


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