Dank Touré-Hammer und Kostic-k.o: Eintracht stoppt Höhenflug von Tabellenführer Leipzig

Frankfurt am Main - Im ersten Heimspiel der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga empfing Eintracht Frankfurt vor rund 51.000 Zuschauern den Tabellenführer RB Leipzig. Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte, siegte die SGE vor allem aufgrund von großartigem Einsatz nicht unverdient mit 2:0 (0:0). Die Tore erzielten Almamy Touré (48.) und Filip Kostic (90.+4).

Frankfurts Djibril Sow (Li.) und RB-Kapitän Marcel Sabitzer im Duell um den Ball.
Frankfurts Djibril Sow (Li.) und RB-Kapitän Marcel Sabitzer im Duell um den Ball.  © dpa/Uwe Anspach

Nach dem wohltuenden Auswärtserfolg bei der TSG Hoffenheim am vergangenen Spieltag (2:1/TAG24 berichtete) vertraute SGE-Coach Adi Hütter auf die gleiche Startformation, die in Sinsheim über weite Strecken zu überzeugen wusste.

Trotz viel Drang nach vorne waren es die Gäste aus Leipzig, die nach nicht einmal zehn gespielten Minuten die erste richtig dicke Chance durch Goalgetter Timo Werner hatten. Seinen Schuss nach Vorarbeit von Christopher Nkunku konnte Eintracht-Keeper Kevin Trapp jedoch gerade noch entschärfen und machte den Ball im Nachfassen sicher (8.).

Von diesem Zeitpunkt an nahm der Tabellenführer das Heft des Handelns immer weiter in die Hand und drängte die Hausherren weitestgehend in die eigene Hälfte zurück - von Entlastungsangriffen war nun nichts mehr zu sehen.

Und wieder Trapp im Mittelpunkt - und das sogar doppelt! Zunächst kam Nkunku völlig freistehend zum Abschluss, wenige Momente später zog Patrik Schick aus größerer Distanz ab - beide Mal war der Frankfurter Schlussmann auf der Hut (18.).

Wie überfordert sich die Adlerträger teils präsentierten, zeigte eine Situation in Spielminute 23 sehr deutlich: Nkunku spazierte von Links nahezu durch drei Eintracht-Verteidiger hindurch und hatte Pech, dass seine scharfe Hereingabe keinen Abnehmer fand.

1. Halbzeit: Eintracht völlig überfordert, Leipzig im Stile eines Tabellenführers

Frankfurts Filip Kostic (Mi.) stand ganz besonders im Fokus der Leipziger Deckungsarbeit. Hier wird er von Christopher Nkunku (Re.) und Nordi Mukiele.
Frankfurts Filip Kostic (Mi.) stand ganz besonders im Fokus der Leipziger Deckungsarbeit. Hier wird er von Christopher Nkunku (Re.) und Nordi Mukiele.  © dpa/Thomas Frey

Noch einen Beweis gefällig? Bitteschön! In Höhe des Mittelkreises konzentrierten sich Sebastian Rode und Djibril Sow in die Luft schauend nur auf den Ball und rasselten schließlich völlig unkoordiniert ineinander - glücklicherweise ohne Verletzungen (28.).

Zwar gelang es den Hessen in der Folge die Roten Bullen etwas effektiver vom eigenen Kasten fernzuhalten, spielerisch setzten Angreifer Bas Dost und Co. aber noch immer keinerlei Akzente nach vorne. Dennoch fiel auf, dass RB einiges von seiner Souveränität eingebüßt hatte.

Daraus ergab sich, dass keine der beiden Mannschaften im weiteren Verlauf nennenswerte Torgelegenheiten für sich verbuchen konnte und Schiedsrichter Daniel Siebert sie daraufhin mit einem Zwischenstand von 0:0 in Richtung Pausentee schickte.

Und so harmlos wie die Gastgeber die ersten 45 Minuten gestalteten, so fulminant starteten sie in Durchgang zwei: Nach einem Eckball kam Martin Hinteregger an den Ball und spielte überlegt in die Mitte, wo Touré vollkommen freistehend zum Schuss kam.

Diese Gelegenheit ließ der sich nicht nehmen und hämmerte das Leder aus rund 19 Metern Distanz in die Maschen - keine Chance für Leipzig-Keeper Péter Gulácsi und 1:0 für die Eintracht (48.). Der zugegebenermaßen überraschende Führungstreffer versorgte die SGE umgehend mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen. Die Mannen vom Stadtwald spielten von nun an munter mit und gewährten Leipzig weitaus weniger Räume und Gelegenheiten.

2. Halbzeit: Eintracht geht früh in Führung, Leipzigs Tormaschinerie erfolgreich ausgebremst

Timothy Chandler (Li.) und Bas Dost (Re.) feiern den fulminanten Treffer von Almamy Touré zum 1:0 für die Eintracht.
Timothy Chandler (Li.) und Bas Dost (Re.) feiern den fulminanten Treffer von Almamy Touré zum 1:0 für die Eintracht.  © dpa/Thomas Frey

Während Leipzigs Coach Julian Nagelsmann binnen der ersten 25 Minuten der zweiten Hälfte gleich zwei Wechsel (Poulsen für Laimer/66. und Lookman für Adams/71.) vornahm, ließ es sein Pendant Hütter in dieser Hinsicht gemächlicher angehen. Erst in Spielminute 77 brachte er Goncalo Paciencia für den müde wirkenden Dost.

In der Zwischenzeit gestaltete sich die Partie nach folgendem Schema: Leipzig versuchte mit Wucht zu Torchancen zu kommen, die Eintracht nutzte die sich anbietenden Räume für Kontersituationen aus - letztlich brachten beide Vorgehensweisen keinen endgültigen Erfolg.

Besonders bemerkenswert: Der Eintracht gelang es aufgrund ihres kaum zu bändigenden Kampfgeistes die Tormaschinerie aus Leipzig nahezu komplett harmlos zu halten. Umso höher ist dies den Adlerträgern anzurechnen, da RB in den letzten neun Bundesliga-Partien immer mindestens drei Tore schoss.

Doch in Frankfurt sollte den Roten Bullen kein einziger Treffer gelingen. Stattdessen nutzte Kostic eine der zahlreichen Konterchancen und netzte zum entscheidenden 2:0 ein (90.+4). Zuvor waren in den Schlussminuten noch Danny da Costa für Timothy Chandler (89.) und Dominik Kohr für Mijat Gacinovic aufs Feld gekommen (90.+2).

Auf die Eintracht wartet am nächsten Spieltag eine wichtige Auswärtsaufgabe. Bei Fortuna Düsseldorf sollen am Samstag (1. Februar/15.30 Uhr) im Idealfall erneut drei Punkte erbeutet werden.

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