Duschgel des FC St. Pauli: Nicht nur die AfD schäumt vor Wut

Hamburg - Ist dieses Duschgel eine geniale oder selten dämliche PR-Aktion des FC St. Pauli? Noch scheiden sich die Geister daran.

Im Fanshop des FC St. Pauli können sich Anhänger das Duschgel "Anti-Fa" kaufen
Im Fanshop des FC St. Pauli können sich Anhänger das Duschgel "Anti-Fa" kaufen  © Screenshot/FC St. Pauli Fanshop

Eines ist jedoch klar: Der Fußball-Zweitligist ist wieder mitten in der Öffentlichkeit.

Dabei hätte er doch gar nicht nötig. Sportlich läuft es für die Kiezkicker rund. Die Elf von Trainer Markus Kauczinski liegt auf Rang vier, nur einen Zähler hinter dem direkten Aufstiegsrang zwei.

Und nun das! Auf der Homepage können sich Anhänger ein Duschgel (2,50€) und eine Softcreme (3,50€) mit dem Namen "Anti-Fa" kaufen.

Doch diesen Namen finden nicht alle lustig, allen voran der AfD-Abgeordnete Martin Hess. "Das ist inakzeptabel. Ein gemeinnütziger Verein darf Antifa nicht als Kultmarke etablieren!", sagte er in einer Pressemitteilung.

Er begründete seine Aussage damit, dass jedes Wochenende Tausende von Polizisten bei Fußballspielen für die Sicherheit sorgen. Mit dem Duschgel verhöhne der Verein die Beamten.

St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig findet die PR-Aktion super.
St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig findet die PR-Aktion super.  © DPA

Hess wirft dem Verein zudem vor, sich mit einer linksextremistischen Gruppe, aus deren Umfeld immer wieder massive, teils sogar bewaffnete Angriffe auf Polizisten verübt werden, zu solidarisieren.

Der Verein selbst reagierte gelassen auf die Vorwürfe des AfD-Mannes. Es gehe nicht um eine Solidarisierung mit Gewalttätern, sondern um eine antifaschistische Grundhaltung.

Pauli-Geschäftsführer Andreas Rettig zeigte sich hingegen zufrieden: "Lob an unsere kreative Marketing- und Merchandising-Abteilung. Wenn sich solche Leute aus dieser Partei, aufregen, haben wir etwas richtig gemacht."

Der Erlös des Verkaufs geht übrigens an die Initiative "Laut gegen Nazis".

Doch nicht nur die AfD findet das Duschgel nicht lustig, sondern auch das Düsseldorfer Unternehmen Henkel. Sie betreibt die Marke "Fa" und sieht sich in Verbindung gebracht. Henkel fürchtet um mögliche Namensverwechslungen und sorgt sich um seinen Ruf.

Auf Twitter kündigte das Unternehmen an, rechtliche Schritte gegen den Hamburger Zweitligisten zu prüfen.

Ob und wie lange das Duschgel in den Regalen steht, ist noch daher noch ungewiss.

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