Abpfiff? AfD will Fanmeile nach deutschem WM-Aus schließen!

Berlin - Ist es ohne deutsche Nationalmannschaft etwa keine WM mehr? Zumindest, wenn's nach der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus geht! Denn die Rechtspopulisten fordern den Abbau der Fanmeile auf der Straße des 17. Juni am Brandenburger Tor.

Ohne deutsche Mannschaft im Turnier ist nicht mehr so viel los auf der Berliner Fanmeile, wie noch hier.
Ohne deutsche Mannschaft im Turnier ist nicht mehr so viel los auf der Berliner Fanmeile, wie noch hier.  © dpa (Symbolbild)

Zugegebenermaßen hält sich der Fan-Andrang bei Deutschlands größtem Public Viewing nach dem blamablen und historischen Vorrunden-Aus von Jogis Jungs am Mittwoch (TAG24 berichtete) eher in Grenzen.

Statt 100.000 Fußball-Interessierten pilgerten zu den ersten Achtelfinal-Partien nur noch stets wenige hundert Fans vor die sieben riesigen Leinwände.

Doch soll man die Fanmeile deshalb ganz schließen?

Wenn's nach der Berliner AfD geht, lautet die Antwort ganz klar: ja!

Seit dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft lohne sich der Betrieb einfach nicht mehr.

Es sei "absolut unwirtschaftlich, für ein paar hundert Gäste" bis zum Ende der Weltmeisterschaft eine der Hauptverkehrsachsen Berlins zu sperren, wie der sportpolitische Sprecher Frank Scheermesser (60) gegenüber dem rbb begründete.

"Wenn es schon keinen Pokal geben wird, dann wenigstens einen staufreien Start in die Sommerferien", so der AfD-Politiker.

Deshalb solle man die Fanmeile samt Gastro-Ständen am besten sofort abbauen – so dies denn keinen Vertragsbruch mit entsprechenden Anspruchszahlungen auf entgangene Einnahmen nach sich ziehen würde.

Doch die Veranstalter geben Entwarnung: Die Fanmeile bleibt bis zum Finale am 15. Juli (17 Uhr) geöffnet. Das versicherte die Sprecherin der K.I.T. Group, Anja Marx, gegenüber dem rbb.

Allerdings bestätigte Verkehrssenatorin Regine Günther (56, parteilos) dem rbb-Inforadio bereits am Tag nach dem deutschem WM-Aus, man wolle genau beobachten, wie groß der Zuspruch weiterhin sei. Bei "gähnender Leere" müsse man jedoch womöglich nochmal anpassen.

Update 22.07 Uhr

Zum Achtelfinale Brasilien gegen Mexiko (2:0) kamen bei bestem Sommerwetter nur geschätzt 1000 Fans zur Fanmeile. Sonst beim Public Viewing dort undenkbar: Die Zuschauer saßen gemütlich auf dem Boden.

Ein Bier-Verkäufer an einer Getränkebude rechnete der DPA vor, dass er nur 50 Kunden während des Spiels hatte.

An einem Eisstand gab sich eine Mitarbeiterin kämpferisch: "Mein Chef akzeptiert eine Schließung nicht. Wir haben die Standmiete für vier Wochen bezahlt, und dann wollen wir auch vier Wochen bleiben."

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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