Torfestival in 2. Halbzeit! Belgien dreht Match gegen Japan in letzter Sekunde

Rostow - Was für ein Spiel! Belgien hat im Achtelfinale gegen groß aufspielende Japaner gerade so in letzter Sekunde mit 3:2 (0:0) gewonnen und ist damit ins Viertelfinale eingezogen.

Der ehemalige HSV-Profi Vincent Kompany (l.) für Belgien und Werder Bremens Yuya Osako (r.) für Japan im Duell.
Der ehemalige HSV-Profi Vincent Kompany (l.) für Belgien und Werder Bremens Yuya Osako (r.) für Japan im Duell.  © DPA

Die Tore für Japan in der ausverkauften Rostow-Arena erzielten Hannovers Genki Haraguchi (48. Minute) und der frühere Frankfurter Takashi Inui (52.). Für Belgien trafen Jan Vertonghen (70.), Marouane Fellaini (74.) und Nacer Chadli (90+4.).

In den ersten Minuten überraschten die Japaner die Belgier, indem sie den ballführenden Akteur aggressiv angriffen, sodass die im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen England auf zehn Positionen veränderte Elf von Roberto Martinez Probleme hatte, ihr Spiel aufzuziehen.

Die Japaner standen diszipliniert, kampfstark und waren eine echte Mannschaft.

So wehrten sie eine Angriffswelle nach der anderen ab, was zum einen an den teilweise zu verspielten Belgiern lag und zum anderen an Maya Yoshida, der zum Turm der Abwehrschlacht wurde.

Der 29-jährige Innenverteidiger vom FC Southampton (England) hatte Belgiens Sturmbullen Romelu Lukaku (1,91 Meter groß, 94 Kilogramm pure Muskelmasse schwer) gut im Griff und warf sich auch in die Schüsse der anderen belgischen Akteure.

Und die Japaner spielten trotz ihrer individuellen Unterlegenheit erfrischend mutig nach vorne und erarbeiteten sich mit ihrem schnellen Umschaltspiel einige (kleinere) Möglichkeiten.

Über den Wolken: Vincent Kompany (l.) springt in ungeahnte Höhen und spielt den Ball noch in die Mitte, Japans Torhüter Eiji Kawashima (r.) kommt zu spät - doch kein Belgier belohnt Kompanys artistischen Einsatz, weshalb diese Chance verpufft.
Über den Wolken: Vincent Kompany (l.) springt in ungeahnte Höhen und spielt den Ball noch in die Mitte, Japans Torhüter Eiji Kawashima (r.) kommt zu spät - doch kein Belgier belohnt Kompanys artistischen Einsatz, weshalb diese Chance verpufft.  © DPA

Nach dem Abnutzungskampf der ersten Hälfte verlief der zweite Abschnitt ganz anders. Es ging richtig ab!

Der bei Hertha BSC über Jahre so ineffektive Haraguchi (Hannover 96) machte den Anfang und nutzte seine erste Chance und traf aus 16 Metern halbrechter Position mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke zum 1:0 für Japan (48.).

Belgien antwortete - doch Eden Hazard traf mit einem Schuss aus zwölf Metern nur den Pfosten (50.).

Das sollte sich rächen. BVB-Akteur Shinji Kagawa bediente den früheren Eintracht-Frankfurt-Profi Inui, der 20 Meter zentral vor dem Tor nicht angegriffen wurde, den Ball voll traf und mit seinem wuchtigen Distanzschuss in die rechte untere Ecke das 2:0 für Japan erzielte (52.).

Belgien wirkte nun geschockt und warf alles nach vorne. Das wurde mit dem zu diesem Zeitpunkt überraschenden 1:2-Anschlusstreffer belohnt. Nach einer schlechten Faustabwehr von Kawashima und einem Querschläger von Inui köpfte Belgiens Innenverteidiger Vertonghen die Kunstlederkugel mit einer klugen Bogenlampe über Japans Keeper in die lange Ecke ein (70.).

Nur vier Minuten später köpfte der eingewechselte Fellaini nach einer klasse Flanke von Hazard zum 2:2 für Belgien ein - alles war wieder offen!

Kawashima parierte eine Doppelchance von Chadli und Lukaku (85.) großartig, zeigte sich dann aber unsicher bei einem Vertonghen-Hammer (87.).

Nach einer Parade gab es den Kontergegenstoß von Belgien der zur Entscheidung führte. Kevin de Bruyne bediente Thomas Meunier auf der rechten Seite, Lukaku sperrte in der Mitte den Weg und Chadli schob den Ball über die Linie (90+4.). Im Viertelfinale erwartet die Fußballfans nun ein Kracherduell: Belgien gegen Brasilien.

Belgische Jubeltraube: In letzter Sekunde rang der Favorit nach einer furiosen Aufholjagd die tapferen Japaner nieder.
Belgische Jubeltraube: In letzter Sekunde rang der Favorit nach einer furiosen Aufholjagd die tapferen Japaner nieder.

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