Schweiz spuckt Brasilien in die Suppe und holt ein Remis

Rostow - Ein Traumtor war nicht genug! Brasilien hat im Top-Duell der WM-Gruppe E gegen die Schweiz nach guter erster Hälfte nur ein 1:1-Unentschieden geholt. Die Elf um Superstar Neymar war anfangs klar überlegen, unterschätzte den Gegner dann, was sich bitter rächte.

Was für eine Schusstechnik! Brasiliens Philipp Coutinho (l.) erzielt die Führung für die Selecao. Der Schweizer Valon Behrami (r.) kann den Ball nicht mehr blocken.
Was für eine Schusstechnik! Brasiliens Philipp Coutinho (l.) erzielt die Führung für die Selecao. Der Schweizer Valon Behrami (r.) kann den Ball nicht mehr blocken.  © DPA

Das Tor für Brasilien erzielte in der mit 45.145 Zuschauern ausverkauften Rostow-Arena Philippe Coutinho (20.). Für die Schweiz traf Steven Zuber (50.) zum Ausgleich.

Wenig überraschend übernahmen die Brasilianer von Beginn an die Initiative und dominierten Spiel und Gegner vor allem dann, wenn sie das Tempo anzogen.

Doch auch die Schweiz versteckte sich nicht und hatte bereits in der 3. Minute die erste Chance des Spiels. Der frühere Bayern-Spieler Xherdan Shaqiri flankte auf Blerim Dzemaili, der die Kunstlederkugel aber nicht voll traf und deshalb unkontrolliert über die Latte schoss.

Die "Selecao" hatte dafür die erste echte Chance der Partie: Nachdem die Schweiz Neymar nicht verteidigt bekam, bediente dieser mit einem gezielten Flachpass Paulinho, der den Ball mit seinem linken Fuß aber nicht voll traf, weshalb Gladbachs Torhüter Yann Sommer die rechte Pranke ausfahren- und die Kugel abwehren konnte (11.).

Brasilien machte weiter Druck und belohnte sich mit einem Zuckertor: Barcelonas Philippe Coutinho war für dieses erste große Highlight der Partie und überwand Sommer mit einem wunderschönen Schlenzer aus halblinker Position, der vom Pfosten ins Tor sprang (20.).

Der Schweizer Steven Zuber (m.) schießt Brasiliens Thiago Silva (l.) ab. Danilo (r.) schaut gebannt zu.
Der Schweizer Steven Zuber (m.) schießt Brasiliens Thiago Silva (l.) ab. Danilo (r.) schaut gebannt zu.  © DPA

Anschließend schalteten die Brasilianer zwei Gänge zurück und ließen die Schweizer kommen, die sich zwar sichtlich mühten, aber wenig Durchschlagskraft gegen die gut gestaffelte brasilianische Abwehr entwickelten.

Die nächste Möglichkeit bereitete wieder Neymar vor, der das ganze Spiel über vom früheren HSV-Profi Valon Behrami in Manndeckung genommen wurde.

Doch als der Superstar von Paris Saint-Germain eine Ecke auf den Kopf von Manchester-City-Stürmer Gabriel Jesus brachte, durfte Behrami mal nicht stören. Hier hätte das nächste Tor fallen können. Doch Jesus bekam die Kugel nicht gedrückt, weshalb der Ball weit daneben ging.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte köpfte PSG-Innenverteidiger Thiago Silva den Ball nach einer weiteren Ecke von Neymar Zentimeter über das Schweizer Tor.

Brasilien wurde von zu harmlosen Schweizern zu selten ernsthaft gefordert, weshalb die "Selecao" nicht an ihr Leistungslimit gehen musste, um das Spiel zu kontrollieren.

Aus dem Kraichgau auf die Weltbühne: Hoffenheims Steven Zuber (l.) erzielte den Schweizer Ausgleich. Der frühere TSG-Profi Fabian Schär (r.) und der ehemalige Frankfurter Haris Seferovic (m.) bejubeln das Tor.
Aus dem Kraichgau auf die Weltbühne: Hoffenheims Steven Zuber (l.) erzielte den Schweizer Ausgleich. Der frühere TSG-Profi Fabian Schär (r.) und der ehemalige Frankfurter Haris Seferovic (m.) bejubeln das Tor.  © DPA

Die erste kleinere Gelegenheit des zweiten Abschnitts hatte wieder die Schweiz in Person von Dzemaili, der seinen Distanzschuss aber völlig verzog (46.). Doch die "Eidgenossen" kamen wie verwandelt aus der Kabine und drängten überraschte Brasilianer in die Defensive.

Die Schweizer glichen direkt aus. Nach einer Ecke von Shaqiri schuf sich Hoffenheim-Spieler Zuber mit einem Schubser gegen Miranda Platz und köpfte die Kugel aus drei Metern unter die Latte ein -1:1 (50.)!

Nun wurden die Brasilianer gefordert - mehr, als ihnen lieb sein konnte! Die Schweizer überzeugten immer wieder mit guten Balleroberungen und Kontern, gute Chancen konnten sie sich abgesehen von Dzemaili Schuss (73., Alisson parierte) aber nicht mehr erarbeiten.

Die "Selecao" versuchte hingegen nochmals, das Tempo zu erhöhen und kam durch Neymar (59., ans Außennetz; 88., Kopfball, Sommer hielt), Coutinho (70., daneben) und Roberto Firmino (82., drüber), Thiago Silva (90., Sommer parierte klasse), Miranda (90+1., knapp vorbei), Renato Augusto (90+6., Schär rettete auf der Linie) zu teils klaren Gelegenheiten.

Brasilien hätte den Sieg aufgrund dieser deutlichen Chancenvorteile verdient gehabt. Doch die Schweiz wehrte sich tapfer und erkämpfte sich das Remis, obwohl dazu am Ende auch eine gehörige Portion Glück gehörte.

Brasilien trifft am zweiten Spieltag der Gruppenphase am 22. Juni auf Costa Rica, während die Schweiz Serbien herausfordert.


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