Halbfinale! England knackt Schwedens Abwehrbollwerk

Samara - In einem durchwachsenen Spiel wurde England seiner Favoritenrolle gerecht und besiegte disziplinierte, aber unterlegene Schweden mit 2:0 (1:0).

Englands Dele Alli (Mitte) erzielt per Kopf das 2:0. Schwedens Emil Krafth (l.) und Torhüter Robin Olsen (r.) können nur zuschauen.
Englands Dele Alli (Mitte) erzielt per Kopf das 2:0. Schwedens Emil Krafth (l.) und Torhüter Robin Olsen (r.) können nur zuschauen.  © DPA

Die Tore für England in der mit ‎39.991 Zuschauern nicht ausverkauften Kosmos-Arena erzielten Harry Maguire (30. Minute) und Dele Alli (59.).

England übernahm erwartungsgemäß von Beginn an die Initiative, während sich die Schweden auf eine massierte, von Kapitän Andreas Granqvist gut geordnete Defensive konzentrierten.

Das hatte zur Folge, dass es bis auf einen knapp am linken Pfosten vorbeistreichenden 17-Meter-Schuss von Englands Stürmerstar Harry Kane (18.) lange Zeit keine Torraumszenen zu bewundern gab.

Das erste Tor eine Erlösung: Nach einer Ecke von Ashley Young setzte sich Englands 1,94 Meter großer 100-Kilo-Mann Maguire stark im Kopfballduell gegen RB Leipzigs Emil Forsberg durch und köpfte den Ball wuchtig in die linke Ecke - 1:0 für England (30.)!

Die "Three Lions" waren weiterhin die klar tonangebende Mannschaft, zeigten sich spielerisch, technisch und tempomäßig deutlich besser, als die Schweden, die nur ganz selten aus der eigenen Hälfte kamen und keinen einzigen Schuss auf das englische Tor zustande brachten.

Englands Führung: Harry Maguire (Mitte-Mitte) setzt sich im Kopfballduell mit RB Leipzigs Emil Forsberg (vorne) durch.
Englands Führung: Harry Maguire (Mitte-Mitte) setzt sich im Kopfballduell mit RB Leipzigs Emil Forsberg (vorne) durch.  © DPA

Deshalb war es nur eine Frage der Zeit bis zur nächsten Möglichkeit Englands. Der im Nationaltrikot unglücklich agierende Raheem Sterling scheiterte aber erst am herausstürzenden schwedischen Keeper Robin Olsen, anschließend an Granqvists Grätsche (45.).

So konnte es für die Schweden nicht weitergehen. Deshalb kamen sie mit einer ganz anderen Körpersprache aus der Kabine.

In der 47. Minute hatte Marcus Berg mit einem klasse Kopfball die erste echte Chance für sein Land, scheiterte aber am grandios reagierenden englischen Keeper Jordan Pickford, der auch einen platzierten Flachschuss von Viktor Claesson entschärfte, der von Berg erstklassig bedient wurde (61.). Der Ex-HSV-Stürmer scheiterte auch noch mit einem Drehschuss an Englands Nummer eins (71.).

England hielt dagegen und schraubte das Ergebnis in die Höhe. Eine angeschnittene Flanke von Jesse Lingard landete genau bei Dele Alli, der die Kugel aus vier Metern ungedeckt einköpfte (59.).

Schweden gab sich nie auf und spielte nach dem Rückstand mutig nach vorne, konnte Englands starken Pickford aber nicht mehr bezwingen.

Die "Three Lions" gewannen ihr Viertelfinale hochverdient, weil die Mannschaft von Gareth Southgate klar besser war, als die Schweden. Hinsichtlich der Effektivität, Technik und des Tempos war es ein Klassenunterschied.

Englands Harry Maguire (Mitte), bei der EM 2016 noch als Fan auf der Tribüne, bejubelt sein Tor zum 1:0 mit den Teamkollegen John Stones (l.), Harry Kane (Zweiter von links) und Dele Alli (r.).
Englands Harry Maguire (Mitte), bei der EM 2016 noch als Fan auf der Tribüne, bejubelt sein Tor zum 1:0 mit den Teamkollegen John Stones (l.), Harry Kane (Zweiter von links) und Dele Alli (r.).  © DPA

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