Pyro-Ärger überschattet DSC-Sieg: Videos sollen Täter überführen

Florian Hartherz (Nr. 28) jubelt mit seinen Teamkollegen über seinen 1:0-Siegtreffer.
Florian Hartherz (Nr. 28) jubelt mit seinen Teamkollegen über seinen 1:0-Siegtreffer.  © DPA

Bielefeld - Das Westfalen-Derby zwischen Arminia Bielefeld und dem VfL Bochum wurde am Montagabend überschattet von Ausschreitung der Gästefans. Der 1:0-Siegtreffer von Florian Hartherz war der einzige Geniestreich am Abend (TAG24 berichtete).

Die Bochumer Polizei war seit der Ankunft der Fans am Hauptbahnhof in stetigem Einsatz. Knapp 600 DSC-Anhänger nahmen an einem etwa zwei Kilometer langen Fanmarsch teil.

"Dabei ist fast durchgängig Pyrotechnik gezündet worden, der Himmel war rot erleuchtet", sagte Polizeisprecher Volker Schütte dem Westfalen-Blatt. Zum Einsatz kam Pyrotechnik wie bengalische Feuer, andere Leuchtfeuer, Rauchtöpfe oder sogenannte Polen-Böller.

Mehrere dieser verbotenen Gegenstände wurden auf Polizisten geworfen. Zwei Beamten erlitten ein Knalltrauma, nachdem Polen-Böllern in ihrer Nähe detonierten.

Gegen mehrere Bielefelder wurde eine Anzeige geschrieben. Ein stark alkoholisierter Mann soll einem Polizisten gegen den Helm geschlagen und während der Anzeigenaufnahme wegen gefährlicher Körperverletzung Widerstand geleistet haben.

Zwei weitere Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung und insgesamt sieben Anzeigen wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz nahmen die Einsatzkräfte auf. Ein DSC-Anhänger wurde schon vor dem Spiel in Gewahrsam genommen und erst nach der Partie wieder freigelassen.

Die Fans vom DSC zündeten insgesamt 17 bengalische Feuer während des Spiels.
Die Fans vom DSC zündeten insgesamt 17 bengalische Feuer während des Spiels.  © DPA

Die Bochumer Polizei geht davon aus, dass die Fans die Pyrotechnik schon vor der Ankunft auf der Strecke platziert hatten. "Das war sehr organisiert. Sie haben die Pyrotechnik nicht an ihrem Körper getragen", erklärte Schütte weiter.

Rund 2100 Arminen reisten ihrem Club nach. Darunter seien laut dem Polizeisprecher etwa 150 Fans der Kategorie B gewesen, die gewaltbereit oder gewaltgeneigt seien, sowie 20 Fans der Kategorie C, die gewaltsuchend seien.

Damit die Täter geschnappt werden, werten die Bochumer Beamten nun Videomaterial aus. "Dort können wir die Personen, die Pyrotechnik gezündet haben, gut erkennen und diese identifizieren", sagte Volker Schütte abschließend.

Nicht nur während des Marschs haben die Gästefans aus Ostwestfalen Pyrotechnik gezündet. Während des Spiels fackelten Anhänger 17 bengalische Feuer ab.

Schon in Kiel haben die Bielefelder Pyrotechnik verwendet. Erst vor rund einer Woche verhängte der Deutsche Fußball-Bund dafür eine Strafe von 15.000 Euro (TAG24 berichtete). Nun darf der Club erneut mit einer Geldstrafe rechnen.

Titelfoto: DPA


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