Von 30.000 ausgepfiffen: DSC-Verteidiger Hartherz liebt es

Bielefeld - "Einstellung schlägt Aufstellung", so fasste Sky-Sprecher Jürgen Schmitz am Sonntagabend das Auswärtsspiel vom DSC Arminia Bielefeld gegen den FC St. Pauli zusammen. Die spielerisch eigentlich überlegenen Ostwestfalen verloren gegen technisch und verletzungsbedingt schwache Hamburger mit 0:1 (TAG24 berichtete).

Yi-Young Park nutzte in der 39. Minute die Gunst der Stunde und netzte zum entscheidenden 1:0 für St. Pauli ein.
Yi-Young Park nutzte in der 39. Minute die Gunst der Stunde und netzte zum entscheidenden 1:0 für St. Pauli ein.  © DPA

Andere gingen härter mit Bielefeld ins Gericht und sprachen von Arbeitsverweigerung. Durch den schwachen Auftritt vom DSC erreichten die Kiez-Kicker den Klassenerhalt.

Dazu beglückwünschte der Bielefelder Coach Jeff Saibene auf der Pressekonferenz die Paulianer: "Wir kennen diesen Moment der Erleichterung."

Auch seine Analyse fiel deutlich aus: "Wir haben kein gutes Spiel gemacht: Zu wenig Kreativität, zu wenig aus dem Ballbesitz gemacht. Da ist die Niederlage nicht unverdient."

Die Relegation, auf die zwar nicht mehr viele, aber doch noch ein paar spekuliert hatten, ist damit unerreichbar geworden.

Für Saibene zählt jetzt nur eins: "Wir wollen am letzten Spieltag zu Hause und mit den Fans diesen vierten Platz festmachen. Und das wäre dann sehr respektabel, wenn man bedenkt, wo wir herkommen."

Florian Hartherz hat kein Problem damit, von 30.000 ausgepfiffen zu werden.
Florian Hartherz hat kein Problem damit, von 30.000 ausgepfiffen zu werden.  © DPA

Fabian Klos sah ein, dass er und seine Mitspieler es sich schwer getan hatten auf dem Platz. Dennoch habe man sich Chancen erspielt: "Das war ein klassisches Unentschiedenspiel, aber Pauli hatte eben den goldenen Moment."

Dass die Hamburger aufgrund zahlreicher Ausfälle mit einer B-Mannschaft auftraten, tat ihnen offenbar gut. "St. Pauli hat heute ums Überleben gekämpft und am Ende verdient gewonnen", findet Manuel Prietl. Gleichzeitig sei Bielefeld zu ungefährlich gewesen und habe die wenigen Chancen nicht genutzt.

Florian Hartherz war am Sonntag der ausgemachte Feind der Paulianer. Bei jeder Ballberührung wurde er "von 30.000 ausgepfiffen". Für ihn kein Problem: "Das liebe ich! Ich freue mich schon auf das Duell in der nächsten Saison."

Die Enttäuschung über die Niederlage sei bei allen groß, meint Tom Schütz. "Wir wollten heute gewinnen." Ähnlich wie sein Trainer blickt er nun auf das letzte Spiel der Saison.

Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) empfängt der DSC im finalen Heimspiel Sandhausen: "Dann wollen wir ein gutes Spiel zeigen und die Saison gebührend beenden."

Titelfoto: DPA


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