Als Samir Arabi kam, war Arminia Bielefeld eine "Lachnummer"

Bielefeld - Seit Januar 2008 war Samir Arabi Chefscout bei Alemannia Aachen, bevor der damals 32-Jährige am 25. März 2011 als neuer Sportlicher Leiter beim mehr als abstiegsbedrohten Zweitligisten Arminia Bielefeld vorgestellt wurde. Da ist er seitdem geblieben.

Glücksgriff: Im März 2017 wurde Jeff Saibene (r.) geholt.
Glücksgriff: Im März 2017 wurde Jeff Saibene (r.) geholt.  © DPA

"Arminia war im Frühjahr 2011 eine Lachnummer im deutschen Fußball. Viele Eitelkeiten im Verein hatten dazu geführt, dass es drunter und drüber ging", erinnert er sich in der Neuen Westfälischen. Als erstes musste Arabi damals einen Nachfolger für Trainer Ewald Lienen finden.

Das Chaos habe er "so intensiv nicht erwartet. Als sicherer Absteiger in die 3. Liga hatten wir zum damaligen Zeitpunkt mit Onel Hernandez nur einen Spieler für die Saison 2011/12 unter Vertrag." Als Trainer stellte er Markus von Ahlen ein, der aber nach zehn sieglosen Spielen wieder entlassen wurde.

Erst mit Stefan Krämer kehrte wieder Ruhe ein und der Aufstieg in die Zweite Bundesliga gelang. Blendet man das Darmstadt-Drama mal aus (ja, das ist eigentlich unmöglich), hat Arabi auch bei Trainer Norbert Meier nicht viel falsch gemacht. Das Pokal-Halfinale 2015 spricht für sich.

Doch als die Bundesliga nach Meier rief, ging es auf der Trainerbank beim DSC wieder drunter und drüber. Als Schuldiger für die Fehl-Verpflichtungen von Rüdiger Rehm und Jürgen Kramny galt stets Arabi, 2016/17 war eine schwierige Saison, einige Fans forderten "Arabi raus".

Im Frühjahr 2001 kam Samir Arabi (r.) nach Bielefeld.
Im Frühjahr 2001 kam Samir Arabi (r.) nach Bielefeld.

Im März 2017 gelang dem heute 39-Jährigen sei bisher größter Coup: Er holte den in Deutschland unbekannten Jeff Saibene als Cheftrainer nach Bielefeld.

Diesem gelang es nicht nur, den DSC vor einem fast schon sicher geglaubten erneuten Abstieg in die dritte Liga zu retten. Die Saison 2017/18 ist eine der besten, die Arminia seit langem spielt, aktuell steht der Sportclub in einer unglaublich engen Tabelle mit 38 Punkten auf Platz 5.

Und auch finanziell kann der DSC wieder vorsichtig optimistisch sein. Das "Bündnis Ostwestfalen" - einem Zusammenschluss von regionalen Unternehmen - sowie der Stadt Bielefeld und des Landes Nordrhein-Westfalen sieht vor, die Verbindlichkeiten von 22 Millionen auf eine Restschuld von unter vier Millionen Euro zu senken.

Im Klartext: In fünf Jahren soll der Club komplett schuldenfrei sein. Bedingung für das Sanierungskonzept ist der Verkauf des Stadions bis zum 30. Juni 2018. Die Möglichkeit des Rückkaufs ist wiederum Voraussetzung für den Verkauf. Arabi bleibt zurückhaltend: "Noch ist die SchücoArena aber nicht verkauft."

Egal, wie es für Arminia Bielefeld und Samir Arabi weitergeht, langweilig ist dieser Arbeitsplatz garantiert nicht.


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