Transferfenster zu! Arminia Bielefeld kann zufrieden sein

Sechs Jahre lang (2001-2007) lief Vata (r.) im Trikot der Blauen auf.
Sechs Jahre lang (2001-2007) lief Vata (r.) im Trikot der Blauen auf.

Bielefeld - Das Transferfenster für den deutschen Profifußball ist zu! Die Zweite Bundesliga hat dabei so wenig ausgegeben, wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. Auch der DSC Arminia Bielefeld gehört dazu, der Club kommt mit den Ausgaben und Einnahmen wohl bei Null raus.

"Es überrascht mich, dass die 2. Bundesliga so wenig investiert. Spielerisch kann sie sicher mit der zweiten Liga aus England mithalten. Finanziell spielt sich aber in einer anderen Liga", wird Ex-Armine und Trainer des FC Gütersloh, Fatmir Vata, in der Neuen Westfälischen zitiert.

Zum Vergleich: Der englische Zweitligist Wolverhampton Wanderers hat zwischen 17 und 18 Millionen Euro für Rubén Neves bezahlt. So viel haben alle 18 Vereine der Zweiten Bundesliga nicht mal zusammen ausgegeben!

Gerade kleinere Vereine hätte Probleme, auch an ablösefreie Spieler heranzukommen, weiß Vata: "Ich kenne das selber vom FC Gütersloh. Große Mannschaften kaufen gute Spieler weg. Um die ablösefreien Akteure entbrennt dann eine Konkurrenzsituation mit Vereinen in einer ähnlichen Situation."

Der Geschäftsführer des DSC, Gerrit Meinke, weiß genau, wie es finanziell um den Club steht. Nach den Trainerentlassungen von Rüdiger Rehm und Jürgen Kramny und nicht erfüllten Erwartungen im Zuschauer- und Merchandise-Bereich, sei Arminia gezwungen "Kosten zu sparen", so Meinke schon im Mai.

Henri Weigelt (v.l.), Keanu Staude und Mert Cingöz laufen gemeinsam im Trainingslager in Österreich.
Henri Weigelt (v.l.), Keanu Staude und Mert Cingöz laufen gemeinsam im Trainingslager in Österreich.

Alle Neuzugänge beim DSC kamen ablösefrei!

Dazu gehören Nils Quaschner (RB Leipzig), Nils Teixeira (Dynamo Dresden), Andraz Sporar (FC Basel/ausgeliehen), Stefan Ortega (München 1860), Patrick Weihrauch (Würzburger Kickers) und Konstantin Kerschbaumer (FC Brentford/ausgeliehen).

Nur für Leandro Putaro, der zuvor vom VfL Wolfsburg ausgeliehen war, musste Arminia zahlen. Durch die Verkäufe von Dennis Mast (Würzburger Kickers), Malcolm Cacutalua (Erzgebirge Aue) und Marco Hober (SF Lotte) kamen rund 150.000 Euro rein.

Ablösefrei dagegen wechselten Daniel Davari (MSV Duisburg), Wolfgang Hesl, Sebastian Schuppan (Würzburger Kickers), Tomasz Holota (Pogon Stettin), Steffen Lang, Manuel Junglas (beide Viktoria Köln), Reinhold Yabo (RB Salzburg/war ausgeliehen), Michael Görlitz.

Marcel Reif, jahrelang als Sportjournalist und Kommentator unterwegs, kritisiert die hohen Ablösesummen ohnehin: "Es ist besser, wenn jemand aus der eigenen Jugend eine Position zu 70 oder 80 Prozent so spielt wie gewünscht, als jemand der auf dem Markt Irrsinnssummen kostet."

Demnach hat der DSC alles richtig gemacht: Schon jetzt sind vier Spieler aus der eigenen Jugend bei den Profis angekommen (TAG24 berichtete) und weitere wollen dazugehören. Aber der Club hat bei über 22 Millionen Euro Schulden auch schlichtweg nicht die Mittel, um zu investieren.

"Wenn heute ein Spieler keine 20 Millionen Euro kostet, dann trägt er das Etikett eines Losers. Das ist Irrsinn", regte sich Reif beim CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 auf, wo er als Experte in der Talkrunde sitzt.

Bei diesen sieben Spielern sind ganze vier Neuzugänge dabei: Leandro Putaro (l.), Konstantin Kerschbaumer (Mitte), Stefan Ortega (3.v.r.) und Patrick Weihrauch (r.).
Bei diesen sieben Spielern sind ganze vier Neuzugänge dabei: Leandro Putaro (l.), Konstantin Kerschbaumer (Mitte), Stefan Ortega (3.v.r.) und Patrick Weihrauch (r.).

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