Krawalle in Bochum: DSC-Fanbetreuung kritisiert die Polizei

Während des Spiels standen die Fans als 12. Mann hinter ihrer Mannschaft.
Während des Spiels standen die Fans als 12. Mann hinter ihrer Mannschaft.

Bielefeld - Am Sonntag traf der DSC Arminia Bielefeld im Rahmen einer Zweitligapartie auf den VfL Bochum. Am Rande des Spiels kam es zu Ausschreitungen zwischen Fans und Polizei (TAG24 berichtete).

Schon auf dem Rückweg zum Bahnhof wurden die Bielefelder Fans von etwa 50 vermeintlichen Bochum-Anhängern angegriffen. "Erst dann ist die Polizei mit Pferden dazwischen gegangen", so Ole Wolff vom Fanprojekt in der Neuen Westfälischen.

Auch die DSC-Fanbetreuung hat sich jetzt zu dem Vorfall geäußert: "Im Bahnhof selbst agierten uniformierte Polizeikräfte allerdings äußerst aggressiv, dies hat bei weitem nicht nur die aktive Fanszene betroffen.

Verschiedene Maßnahmen der 'Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit' wurden in der Pressemitteilung der Polizei als körperliche Attacken der Fans gewertet. Viele unbeteiligte DSC-Anhänger beschrieben uns das Verhalten der Bundespolizei als allerdings 'völlig unverhältnismäßiges Eingreifen'.

Hier hat es leider auch solidarisierende und ggf. strafrechtlich relevante Fehlhandlungen der Fans gegeben, die wir ebenso kritisieren. Allerdings haben nicht wenige der eingesetzten Beamten, statt nunmehr im Sinne der Deeskalation die Situation zu beruhigen, weitere massive, keinesfalls im Sinne der 'Gefahrenabwehr' zu rechtfertigende Maßnahmen vollzogen.

Hierbei sind, soweit uns bekannt, in zweistelliger Zahl völlig unbeteiligte Mitreisende verletzt worden. Ein Schlagstockeinsatz auf dem Bahnsteig führte gar zu einer lebensbedrohlichen Situation, da hier Panik entstand und mindestens eine Person auf das Gleis fiel.

Spätestens hier verlor der Polizeieinsatz jegliche Verhältnismäßigkeit und es ist nur den glücklichen zeitlichen Umständen zu verdanken, dass in jenem Moment kein Zug durch- bzw. einfuhr.

Die einseitige Schuldzuschreibung, 'Bielefelder Hooligans' hätten für eine Eskalation gesorgt, müssen wir an dieser Stelle entschieden zurückweisen, ebenso musste niemand in den Zug 'gedrängt' werden."


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