Überglücklich: Bielefeld bleibt in Liga Zwei

Keine Zweikampf scheuten die Arminen gegen die Dresdener.
Keine Zweikampf scheuten die Arminen gegen die Dresdener.  © DPA

Bielefeld - Es war das wichtigste Spiel der Saison für Jeff Saibene und seine Arminia. Beim Tabellenfünften Dynamo Dresden sollte ein Sieg eingefahren werden, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. Am Ende reichte aber ein 1:1-Unentschieden, weil Heidenheim gegen 1860 München gewann.

Im Vergleich zum 6:0-Sieg gegen Braunschweig nahm der Coach der Bielefelder nur eine Veränderung vor. Michael Görlitz ersetzte den gelb-gesperrten Florian Dick.

Mit 36 Zählern lag die Mannschaft vor dem Duell gegen Dresden punktgleich mit 1860 München auf dem 15. Tabellenplatz. Knapp dahinter rangierten die Würzburger Kickers mit 34 Zählern auf Platz 17. Das Spiel war also von seiner Spannung her kaum zu übertreffen.

Es war ein ruhiger Beginn im DDV-Stadion. Der DSC spielte sehr abwartend und auch die Hausherren trauten sich anfangs nicht wirklich nach vorne. Zwar hatten die Dresdener mehr Ballbesitz, aber sie schafften es nicht, sich die Arminen zurecht zu legen.

Keinen Ball gab der DSC verloren.
Keinen Ball gab der DSC verloren.

Erst ab der 11. Minute nahm das Spiel ein wenig an Fahrt auf. Einen Abschluss von Philip Heise klärte Julian Börner aber im letzten Moment zur Ecke, während auf der Gegenseite keine zwei Minuten später der junge Keanu Staude aus halblinker Position sein Glück probierte. Doch der Ball flog direkt in der Arme des Dynamo-Keepers Patrick Wiegers.

In einem taktisch geprägten Duell hatte Saibene seine Elf gut eingestellt. Zwar hatte die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus ein spielerisches Übergewicht, allerdings ließen die Arminen keine wirklichen Chancen zu, da sie immer sehr früh attackierten.

So kam es, dass nach einer nicht gerade hochklassigen ersten Hälfte beide Mannschaften mit einem 0:0-Unentschieden in die Kabinen gingen.

Lange sah es so aus, als müsste Bielefeld in die Relegation, aber das Team schaffte noch das Unentschieden.
Lange sah es so aus, als müsste Bielefeld in die Relegation, aber das Team schaffte noch das Unentschieden.  © DPA

Unverändert kehrten die Teams nach der Halbzeitpause zurück auf den Platz.

Die Fans hatten sich gerade wieder hingesetzt, da zappelte der Ball im Netz für die Arminia. Nach einem schönen Freistoß von Tom Schütz verlängerte im Sechzehner Christoph Hemlein den Ball auf Reinhold Yabo, der den Ball über die Linie drückte. Der Jubel war groß, aber er hielt nicht lange an, denn der Offensivspieler stand bei seinem Treffer einen Schritt weit im Abseits.

Nach dem Abseitstreffer ebbte das Spiel wieder ab. Dresden übernahm wie in der ersten Hälfte die Kontrolle, während sich der DSC auf das Verteidigen konzentrierte und auf Konter lauerte.

Dann aber in der 59. Minute ein riesiger Lauf von Yabo. Der Spieler bekam den Ball rund 30 Meter vor dem Tore und sprintete auf den Kasten der Dresdener zu. Er dribbelte sich an einem Verteidiger vorbei und schloß ab, aber der Ball verfehlte das Tor nur knapp.

Bis zum Ende mussten die Bielefelder zittern.
Bis zum Ende mussten die Bielefelder zittern.  © DPA

Im direkten Gegenzug dann aber der Tiefschlag für die Arminen. Marvin Stefaniak flankte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum, wo Jannik Müller unbedrängt per Aufsetzer einköpfen konnte.

Eine ganz bittere Pille, weil quasi auch im gleichen Moment 1860 München in Heidenheim in Führung ging. Zwei Tore fehlten nun dem DSC um den Relegationsplatz wieder zu verlassen.

Jeff Saibene reagierte und brachte Fabian Klos für Hemlein in die Partie.

Das Spiel wurde im weiteren Verlauf hitziger. So kam es, dass in der 66. Minute die Bielefelder eine riesige Chance hatten. Schütz brachte den Ball nach innen, wo zunächst Börners Kopfball geblockt wurde.

Den anschließenden Abpraller schoß dann Andreas Voglsammer aus vier Metern Teixeira an den angelegten Arm. Erfolglose Proteste der Bielefelder und kein Strafstoß waren die Folge.

Auch in der kommenden Saison spielt Arminia in der Zweiten Bundesliga.
Auch in der kommenden Saison spielt Arminia in der Zweiten Bundesliga.

Das Spiel war jetzt auf Top-Niveau und Chancen gab es im Minutentakt. Der Dresdener Heise hätte den Deckel auf die Partie machen können, aber sein Schuss alleine vor dem Tor von Wolfgang Hesl ging knapp vorbei.

Dass es sich rächt, wenn man solche Buden nicht macht, bewiesen die Arminen eindeutig. In der 84. Minute flankte Schütz einen Ball in den Strafraum. Börner stieg hoch und versenkte den Kopfball im Netz. Jetzt hatte der DSC Lunte gerochen und drängte auf den Siegtreffer. Angriff um Angriff rollte auf das Tor von Wiegers zu.

Jetzt spielte Saibene und seinem Team auch noch Heidenheim in die Karten. Die glichen nämlich in der 88. Minute zum 1:1-Unentschieden gegen 1860 München aus.

Einen weiteren Treffer konnte der DSC allerdings nicht mehr erzielen und so blieb es bei einem gerechtfertigten 1:1-Unentschieden. Die Spieler mussten sich jetzt noch einen Moment gedulden und das Ergebnis aus Heidenheim abwarten. Doch als dort in der 94. Minute der 2:1-Endstand fiel, gab es für die Spieler kein Halten mehr und die Gewissheit war da: Bielefeld bleibt in Liga Zwei.

Titelfoto: DPA


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