Dynamos Heise: Schnuller-Jubel nach Billard-Tor

Den Daumenlutscher-Jubel widmete Philip Heise seinem "kleinen Mann zu Hause".
Den Daumenlutscher-Jubel widmete Philip Heise seinem "kleinen Mann zu Hause".  © Lutz Hentschel

Dresden - „Da war Schicht im Schacht“, meinte Philip Heise lächelnd. Sein Treffer zum 2:0 machte den Deckel drauf auf die Partie gegen Sandhausen. Doch über dieses Tor ist zu reden.

Im DDV-Stadion lief die 79. Minute, als Erich Berko den mitgelaufenen Heise im Strafraum bediente. Der lief von halblinks auf den Fünfer zu - schießen oder abspielen?

Obwohl Stefan Kutschke vorm Tor mit den Armen wedelte, entschied sich Heise spontan zum Abschluss. Aber wie!

Weil der Winkel zum Kasten suboptimal erschien, drosch Heise den Ball mit voller Wucht in die Mitte, suchte dabei mit Absicht einen Gegner, um den wie im Billard als Karambolage-Bande zu benutzen. Klappte! Von Kister sprang die Kugel tatsächlich ins lange Eck - die Entscheidung!

„Ich krieg den Ball an den Arm. Der haut das Ding mit 100 km/h rein, da komme ich nicht mehr weg“, meinte Kister, der 2010/11 für Dynamo 21 Spiele bestritt, nachher bedient. Schlitzohr Heise feixte dagegen: „Tut mir leid für den Jungen. Ob Vorlage oder Tor - da kann man sich streiten.“

Ihm war‘s schlicht egal, schließlich gehörten ihm mindestens 80 Prozent des Treffers. Entsprechend feierte er - und zwar als Daumenlutscher. „Das war für meinen kleinen Mann zu Hause.“ Vor kurzen sind Heises Freundin und ihr gemeinsamer Sohn (7 Monate) nach Dresden gezogen.

Von Ex-Dynamo Kister sprang der Ball 
tatsächlich zum erlösenden 2:0 ins Tor.
Von Ex-Dynamo Kister sprang der Ball tatsächlich zum erlösenden 2:0 ins Tor.  © DPA

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