Im Sturm herrscht Flaute! Die Balance fehlt beim FC Erzgebirge

Das Ende eines schulbuchmäßigem Auer Angriffs vom Kaiserslautern-Spiel: Pascal Köpke (l. hint.) passt auf Sören Bertram (Nr. 23), der die Kugel ins Netz schiebt.
Das Ende eines schulbuchmäßigem Auer Angriffs vom Kaiserslautern-Spiel: Pascal Köpke (l. hint.) passt auf Sören Bertram (Nr. 23), der die Kugel ins Netz schiebt.  © picture point/Sven Sonntag

Aue - Im September haben sie alles in Grund und Boden geschossen. Da lief es bei Sören Bertram (4 Tore) und Pascal Köpke (3). Seither nicht mehr. Zuletzt hat zumindest Mario Kvesic (2) vorn getroffen. Aber die Abteilung Attacke beim FCE hat es derzeit auch nicht leicht. Sie kommt oft gar nicht an die Bälle. Die Ladehemmung ist hausgemacht. Ein Erklärungsversuch.

Eine Szene in Duisburg Ende der 1. Hälfte, die im Grunde ein Beleg dafür ist, warum derzeit nach vorn nicht viel passiert: Calogero Rizzuto fängt den Ball nach einem MSV-Angriff ab, hat Platz auf der rechten Seite.

Kvesic zieht seinen Gegenspieler weg, Köpke nach rechts raus, Bertram nach links. Rizzuto hat massig viel Raum vor sich, sprintet über die Mittellinie und hat offensiv drei Optionen - Kvesic, Köpke und Bertram, die zudem in diesem Moment nicht allzu clever von den Duisburgern markiert sind.

Doch Rizzuto stoppt ab, tritt auf den Ball und spielt ihn zurück. Chance verpufft. Köpke hebt fast schon resignierend den Arm. Lieber sicher hinten herum, als schnell und mit Risiko nach vorn.

Zuletzt traf nur Mario Kvesic für Aue, wie hier gegen Bielefeld.
Zuletzt traf nur Mario Kvesic für Aue, wie hier gegen Bielefeld.  © picture point/Sven Sonntag

Ein anderes Beispiel, als der Weg nach vorn noch ordentlich gelang. Kaiserslautern am 19. September, 30. Minute: Abwurf Martin Männel rechts raus zu Rizzuto, der legt schnell weiter auf Köpke.

Der Stürmer zieht an, bindet zwei Leute und passt auf den freien Bertram - 1:0. Das dauerte 11 Sekunden. Andere Beispiel sind auch das 2:0 in Lautern oder beide Tore in Ingolstadt. Seit der zweiten Länderspielpause und dem 1:2 in Fürth (TAG24 berichtete) ist von diesem blitzschnellen Spiel in die Spitze nichts mehr zu sehen.

In Duisburg war auch auffällig, dass sich die Stürmer oft zurückfallen ließen, um überhaupt mal an den Ball zu kommen. Der Weg aus dem Mittelfeld bis vors gegnerische Tor ist dann natürlich weit.

Aue fehlt derzeit diese Balance im Spiel. Das sture Verteidigen ging in den letzten beiden Partien schief. Die immer viel zitierte Kompaktheit im Spiel kommt aber nur dann zum Tragen, wenn der Abstand zwischen den Blöcken nicht zu groß ist, und der Angriff die Abwehr auch entlasten kann. Das fehlte zuletzt. Dass es Aue kann, zeigten die Partien gegen Braunschweig, Nürnberg, Ingolstadt und auch Lautern. Dahin muss der FCE zurückkehren.


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