Pro und Kontra: Das spricht für und gegen eine Rückkehr von Dotchev nach Aue

Aue - Offiziell ist es noch nicht, doch beide Seiten wollen. Daher wird Pavel Dotchev wohl 28 Monate nach seinem freiwilligen Abschied im Februar 2017 wieder nach Aue zurückkommen (TAG24 berichtete). Die Position ist noch nicht definiert, lehnt sich aber an die eines Sportdirektors an. Das ist für Aue eine große Chance, birgt aber auch Risiken. Ein Pro und Kontra.

Pro

Pavel Dotchev (rechts) im Veilchen-Stadion. Hinter ihm Boss Leonhardt. Beide sind Alphatiere.
Pavel Dotchev (rechts) im Veilchen-Stadion. Hinter ihm Boss Leonhardt. Beide sind Alphatiere.  © Picture Point / Kerstin Dölitzsch

Professionalität

Dotchev als Sportdirektor, Sportvorstand, Kontrollorgan, oder wie auch immer diese Stelle benannt wird, wäre genau dieser Schuss Professionalität mehr, die sich Cheftrainer Daniel Meyer wünscht. Einer, der unterstützt, hilft, organisiert, sich mit dem Coach in Kaderfragen abstimmt, Spieler und Gegner unter die Lupe nimmt. Dotchev hat Stallgeruch, kennt sich in Aue aus, weiß, was machbar ist und was nicht.

Gutes Händchen

Als Dotchev im Juni 2015 nach dem bitteren Abstieg als Trainer kam, waren Martin Männel, Mike Könnecke und Sebastian Hertner da.

Mehr nicht. Zusammen mit Steffen Ziffert stellte er ein Team auf die Beine, dass sofort wieder aufstieg. Der 53-Jährige nutze dabei sein funktionierendes Netzwerk, holte top Spieler, von denen aus den Jahren 2015 und 2016 zehn immer noch oder wieder in Aue spielen. Pascal Köpke verkaufte der FCE im Vorjahr gewinnbringend, Dotchev holte ihn einst. Dieses gute Händchen für Transfers könnte Aue wieder helfen.

Liebling

Noch immer hat Dotchev einen hervorragenden Stand, nicht nur bei Präsident Helge Leonhardt. Die Fans lieben ihn, das war zum Heimspiel gegen Paderborn zu sehen. Der Bulgare wäre mit viel Kredit ausgestattet.

Kontra

Pavel Dotchev soll in leitender Funktion nach Aue zurückkehren. Von Juni 2015 bis Februar 2017 war er Trainer in Aue.
Pavel Dotchev soll in leitender Funktion nach Aue zurückkehren. Von Juni 2015 bis Februar 2017 war er Trainer in Aue.  © Picture Point / Gabor Krieg

Alphatiere

Helge Leonhardt, Pavel Dotchev und Daniel Meyer sind absolute Alphatiere, zwischen und neben denen kaum Platz für andere ist. Jeder ist auf seine Art herausragend, alle sind streitbar. Das ist an und für sich etwas Gutes, kann aber auch schnell zu Problemen führen, wenn einer versucht, sich zu sehr über die anderen zu stellen. Von dem Trio wäre Kompromissbereitschaft gefragt, es muss auch zurück- und einstecken können - zum Wohle des FCE. Wenn nicht, geht es schief.

Trainer

Das könnte zum größten Problem werden: Dotchev ist Trainer, dürfte aber in seiner neuen Funktion nicht mehr als solcher denken. Er muss das, was auf dem Feld passiert, Daniel Meyer überlassen. Und dieser wiederum weiß, wenn es in der kommenden Saison mal nicht laufen sollte, was keiner hofft, ist schon ein Mann da, der notfalls als Trainer einspringen könnte. Das müsste also vor Dotchev Antritt klar definiert werden, um mögliche Bedenken von Meyer auszuräumen.

Launisch

Als die Nachricht von Dotchevs möglicher Rückkehr die Runde machte, klatschten nicht alle im Verein Beifall. Einigen galt er als zu launisch, was sich am Ende seiner Zeit als FCE-Trainer auch aufs Binnenklima ausgewirkt haben soll. Jene Leute müsste er wieder mit ins Boot holen.

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