Nach 19 Jahren! Lumpi schießt Dynamo Dresden zum Derby-Sieg bei Union Berlin

Hier zieht Lumpi Lambertz zum 1:0 für Dynamo ab.
Hier zieht Lumpi Lambertz zum 1:0 für Dynamo ab.  © Lutz Hentschel

Berlin - Was ist das für eine Weihnachtszeit bei Dynamo Dresden! Im Abstiegskampf in den Dezember gegangen und dann aber mal komplett die Trendwende eingeleitet!

Und einer darf sich am Samstag in die Geschichtsbücher eintragen, denn Andreas "Lumpi" Lambertz schoss das goldene Tor im Ost-Derby bei Union Berlin und sorgte damit für den ersten Sieg nach sage und schreibe 19 Jahren an der Alten Försterei. Der letzte 3:0-Erfolg datierte vom 5. Mai 1998 in der Regionalliga. Damals schossen Jens Wahl und zweimal Rocco Milde die Tore.

Dank des Treffers von Lambertz siegten die Schwarz-Gelben mit 1:0 (0:0) beim 1. FC Union Berlin und feierten damit nicht nur den zweiten Derbysieg in Serie sondern auch den dritten Dreier in Folge.

Mit neun Punkten aus drei Spielen katapultieren sich die Schwarz-Gelben damit auf den siebten Tabellenplatz, schließen die Hinrunde mit sechs Siegen, fünf Unentschieden und sechs Niederlagen ab.

Vor der Partie waren alle Augen auf Neuhaus und Union-Coach André Hofschneider gerichtet, der das Amt bei den Eisernen nach dem überraschenden Rauswurf von Jens Keller am Montag übernommen hatte. Der neue Mann an Unions Seitenlinie betreute als Assistent von Neuhaus die Berliner bereits von 2007 bis 2014 und trainierte zuletzt die U19.

Dynamo Dresden bestimmt erste Halbzeit, nutzt die Chancen aber nicht

Torwart Marvin Schwäbe rettet hier in der 37. Minute gegen Steven Skrzybski.
Torwart Marvin Schwäbe rettet hier in der 37. Minute gegen Steven Skrzybski.  © Lutz Hentschel

Von Beginn an wurde klar, dass bei Union die defensive Stabilität das oberste Gebot war. Die Eisernen wurden eher durch Konter gefährlich, als dass sie selbst großartig etwas fürs Spiel getan hätten.

Dynamo bestimmte die Partie, war in den Zweikämpfen präsenter, versuchte sich zum gegnerischen Strafraum vorzuarbeiten. Und das, obwohl mit Hartmann (5. Gelbe) und Benatelli (Zerrung im Hüftbeuger) zwei ganz wichtige Spieler im Mittelfeld fehlten.

Sie wurden durch Konrad und Lambertz ersetzt. Die Schwarz-Gelben kamen zu zahlreichen guten Chancen, Berko (14.) und Duljevic (30.) vergaben die beiden aussichtsreichen. Zudem war das Neuhaus-Team mit zunehmender Spielzeit immer wieder durch Standards gefährlich.

Die Gastgeber hatten kaum Ideen im Spielaufbau, die beste Chance entschärften Heise und Seguin, als sie Ex-Dynamo Gogia im eigene Strafraum am Torschuss hinderten (23.). Gogia war im Duell der beiden Ost-Verein nur ein Schatten seiner selbst, er konnte nicht annähernd das zeigen, wofür ihn die Fans in Dresden so ins Herz geschlossen hatten.

Andreas "Lumpi" Lambertz trifft für Dynamo Dresden zum 1:0

Manuel Konrad machte ein starkes Spiel an der Alten Försterei.
Manuel Konrad machte ein starkes Spiel an der Alten Försterei.  © Lutz Hentschel

Anfang der zweiten Hälfte zeigte sich ein ähnliches Bild. Nur dass Berlin den Zug zum Tor kurzzeitig suchte.

Dynamo konnte dabei von Glück sprechen, dass Sebastian Polter in der 54. Minute seinen Kopfball nicht richtig kontrolliert auf den Kasten bekam, der Stürmer stand völlig blank.

Doch auch die Schwarz-Gelben hätten das lang ersehnte 1:0 eher erzielen können. Denn Duljevic nahm an der Strafraumgrenze genauso schön Maß wie bei seinem Treffer in Düsseldorf, dieses Mal zischte der Ball aber am rechten Pfosten vorbei (59.).

Doch irgendwann zahlte sich die viele, aufopferungsvolle Arbeit von Dynamo aus, nach einem Kabinettstückchen von Duljevic kam der Ball zu Heise. Der flankte in den Strafraum, Felix Kroos köpfte den Ball genau vor die Füße von Lambertz und der sagte "danke" und machte das 1:0 für die Schwarz-Gelben.

Es war sein erstes Saisontor, bereits in der Vorsaison hatte Lambertz bei Union zum damaligen 2:2-Endstand getroffen.

Dynamo spielte am Ende souverän die Zeit runter und bei Union herrscht nach der Entlassung von Keller weiter blankes Entsetzen.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0