Zehn-Minuten-Wahnsinn beim 3:1! Dynamo ballert sich den Frust von der Seele

Lucas Röser (re.) schoss das 2:0 für Dynamo in der ersten Halbzeit.
Lucas Röser (re.) schoss das 2:0 für Dynamo in der ersten Halbzeit.  © DPA

Düsseldorf - Über das Wochenende waren sie gehörig unter Druck geraten, doch am Montagabend setzte Dynamo Dresden zu einem Befreiungsschlag in der 2. Fußball-Bundesliga an, der sich gewaschen hatte. Acht Wochen nach dem letzten Sieg zeigte das Team von Trainer Uwe Neuhaus im Montagabendspiel bei Fortuna Düsseldorf, dass es noch lebt - und wie!

Innerhalb von nur zehn Minuten schossen die Schwarz-Gelben vor 22.602 Zuschauern in der Esprit-Arena drei Tore und hatten damit den vierten Saisonsieg schon in der Tasche.

Marco Hartmann (4. Minute), Lucas Röser (6.) und Haris Duljevic (10.) brachten Dynamo in Front. Benito Raman (31.) traf noch in der ersten Halbzeit zum 3:1.

Dynamo begeisterte nicht nur die Fans im Stadion und die Zuschauer am Fernsehen, sondern auch seinen Ex-Spieler Justin Eilers, der bei Instagram schrieb: "Ein Schuss, ein Tor, Dynamo".

Zwar bleibt das Neuhaus-Team auf dem Abstiegsrelegationsrang 16, doch zu Platz acht sind es lediglich drei Punkte Rückstand. Und vor den heißen Derby-Wochen mit dem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (3. Dezember) und auswärts bei Union Berlin (9. Dezember) kann Dynamo das Selbstvertrauen gut gebrauchen.

Dynamo Dresden führt nach zehn Minuten mit 3:0

Nach Röser ließ Haris Duljevic ein Traumtor folgen.
Nach Röser ließ Haris Duljevic ein Traumtor folgen.

Genau eine Woche nach der bitteren Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern nahm Neuhaus vier Änderungen in der Startelf vor. Hauptmann, Hartmann, Berko und Heise kamen für Kreuzer, Fabian Müller, Möschl und Andreas "Lumpi" Lambertz, der an seiner alten Wirkungsstätte erstmal zusehen musste. Niklas Kreuzer trat die Reise nach Düsseldorf gar nicht erst an, er ist verletzt. Und er dürfte aus dem Jubeln vor dem Fernseher gar nicht mehr rausgekommen sein.

Denn Dynamo erlegte die Fortuna schon in den ersten zehn Minuten. Sofort vom Anpfiff weg war diese Aggressivität, diese Galligkeit zu spüren, die den Schwarz-Gelben in dieser Saison manchmal abging. Sie liefen den Gegner früh an, setzten in den Zweikämpfen sofort Ausrufezeichen und kombinierten sich so schnell in den gegnerischen Strafraum, dass der Tabellenzweite nur noch hinterherschauen und -laufen konnte.

Nach einer Heise-Ecke köpfte Hartmann das 1:0, Röser und Duljevic erhöhten per schönem Schuss von der Strafraumgrenze auf 2:0 und 3:0. Bei der Fortuna wurden wohl böse Erinnerungen an die vergangene Saison wach, am 4. November 2016 siegte Dynamo mit 3:0. Doch es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit viel Tempo, noch mehr Chancen und einem dummen Dynamo-Patzer.

In der zweiten Halbzeit lässt Dynamo nichts mehr anbrennen

Kapitän Marco Hartmann köpfte das 1:0 nach vier Minuten.
Kapitän Marco Hartmann köpfte das 1:0 nach vier Minuten.

Seguin köpfte gefährlich auf Schwäbe zurück, der kam nicht mehr an den Ball und Benito Raman schob zum 3:1 ein. Am Ende der Halbzeit spielten die Schwarz-Gelben den Ballbesitz clever aus und holten nach der spektakulärsten ersten Halbzeit eines Montagabendspiels in dieser Saison erstmal Luft.

Sportgeschäftsführer Ralf Minge forderte zur Halbzeit bei "Sky": "Die Jungs sollen sich 45 Minuten konzentrieren und belohnen. Ich erwarte, dass sie an die erste Halbzeit anknüpfen, defensiv sicher stehen und immer wieder Nadelstiche setzen. Wenn wir das auf die Platte bringen, dann haben wir gute Chancen zu gewinnen."

Die Spieler schienen das gehört zu haben und hätten in der 49. Minute das 4:1 machen müssen. Seguin ging alleine auf den Torhüter zu, scheiterte aber, an den möglichen Nachschuss kam Röser nicht mehr ran.

Fortuna hatte zwar Ballbesitz in der zweiten Hälfte, doch richtig zwingend in Richtung Dynamo-Kasten wurde es nicht. In der 69. versuchte Friedhelm Funkel mit einem Doppelwechsel frischen Wind zu bringen.

Auch Dynamo wechselte, brachte Konrad, Möschl und Fabian Müller (Heise musste mit blutiger Nase runter), blieb defensiv stabil und Schwäbe war zur Stelle, wenn es etwas zu halten gab. So fuhr die SGD verdient die drei Punkte ein.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0