Ostderby wird zum Kumpelduell! Neuhaus will Hofschneider überraschen

Waren sieben Jahre ein erfolgreiches Trainergespann bei Union Berlin: Uwe Neuhaus (l.) und André Hofschneider.
Waren sieben Jahre ein erfolgreiches Trainergespann bei Union Berlin: Uwe Neuhaus (l.) und André Hofschneider.

Von Dirk Löpelt und Mark Kühn

Berlin/Dresden - Das war's schon wieder: Mit der Partie bei Union Berlin geht für Dynamo am Samstag die Zweitliga-Hinrunde der Saison 2017/18 zu Ende. Das Ostderby gegen die "Eisernen" steht auch im Zeichen des Kumpelduells zwischen den Trainern André Hofschneider (47) und Uwe Neuhaus (58).

Die Fans von Union sind immer noch geschockt. Die Turbo-Entlassung von Chefcoach Jens Keller (nach dem 1:2 in Bochum) haben viele nicht kapiert. Schließlich rangieren die Eisernen auf Platz vier. Jetzt soll es mal wieder "U 19"-Trainer Hofschneider regeln. Der langjährige Co-Trainer war schon in der vorletzten Saison für Sascha Lewandowski eingesprungen, als der wegen Burnout ausfiel.

Hofschneider gilt als abgezockt, und er setzt auf Kampf. Klar, dass Hofschneider mit seinem früheren Chef bei Union schon am Telefon geflachst hat. "Ich habe ihn gefragt, ob ich einen Platz auf meiner Bank für ihn freihalten soll", lacht Hofschneider. "Dieses Duell zum Auftakt hat einen gewissen Charme für mich."

Auch Neuhaus freut sich: "Diese Konstellation ist nicht nur besonders, sondern ganz besonders, das hat schon was." Beide erlebten in der Wuhlheide als Trainerteam von 2007 bis 2014 gemeinsam eine erfolgreiche Zeit. "Diese sieben Jahre haben wir richtig, richtig gut zusammengearbeitet, gegenseitig voneinander gelernt", erinnert sich Neuhaus gerne zurück. Der muss übrigens Hofschneiders Angebot ausschlagen. "Ich gehe schon auf meine Seite."

Das Angebot, neben André Hofschneider (r.) am Samstag wieder auf der Union-Bank Platz zu nehmen, hat Uwe Neuhaus bereits ausgeschlagen.
Das Angebot, neben André Hofschneider (r.) am Samstag wieder auf der Union-Bank Platz zu nehmen, hat Uwe Neuhaus bereits ausgeschlagen.

Heute ist aber Schluss mit lustig. Da will Union Punkte für den Aufstieg holen, Dynamo welche gegen den Abstieg. Vieles anders machen als Keller will Hofschneider übrigens nicht. „Ich wäre schlecht beraten alles zu ändern“, sagt er. "Die Mannschaft ist ja viele Abläufe gewöhnt."

Neuhaus hingegen ist mal wieder zu Veränderungen gezwungen, kann nicht dieselbe Startelf wie beim 4:0 gegen Aue bringen. Neben Kapitän Marco Hartmann, der wegen der 5. Gelben Karte gesperrt ist, fehlt auch Rico Benatelli. Beim Dauerläufer wurde eine Zerrung im Hüftbeuger festgestellt.

"Das tut natürlich weh", sagt der Dynamo-Coach, der den neuen Lauf seiner Truppe auch in den letzten beiden Spielen des Jahres fortsetzen will: "Bei einem Sieg wären wir drei Punkte dran am jetzigen Vierten. Da ist schon enorm Dampf drin in der Tabelle."

So wie in der mit 22.000 Zuschauern ausverkauften "Alten Försterei", die Neuhaus ja bestens kennt. Auch diese Atmosphäre sei es, die Union "eine unglaubliche Wucht" verleihe. Dazu kommen Zweikampfhärte und hohes Tempo. "Das bei Union rauszunehmen, wird sehr, sehr wichtig für uns."

Einen kleinen Gag hätte Neuhaus dann übrigens doch noch für seinen Spezie parat, nicht ganz ernst gemeint natürlich: "Ich glaube schon, dass ich ihn überraschen kann. Hofi wird schön blöd gucken, wenn ich in kurzen Hosen an der Seite stehe..." Hofschneider ist dafür bekannt, bei jedem Wind und Wetter kurz zu gehen. Aber all diese Geschichten rund ums Derby werden spätestens ab 13 Uhr Jacke wie Hose sein...


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