Minge sucht Dynamo-Verstärkung, Sammer mahnt zu Ruhe und Geduld

Sören Gonther (r.) ließ sich den Auftritt von Matthias Sammer nicht entgehen.
Sören Gonther (r.) ließ sich den Auftritt von Matthias Sammer nicht entgehen.

Dresden - Es wird ernst! Am Sonntag startet Dynamo ins zweite Zweitligajahr nach dem Wiederaufstieg und die insgesamt siebte schwarz-gelbe Saison im deutschen Fußball-Unterhaus. Nach dem grandiosen Premierenjahr mit Tabellenplatz 5 könnten die Erwartungen im Umfeld groß sein - sind sie aber gar nicht.

Gründe dafür gibt es einige. Da wäre zuerst dieses angeblich verflixte zweite Jahr, in dem es eine Mannschaft besonders schwer haben soll. Da wären aber vor allem die Abgänge, die die Truppe von Trainer Uwe Neuhaus noch nicht zu verkraften scheint. Vor allem der Verlust geballter Offensivkraft schmerzt - mit Stefan Kutschke, Akaki Gogia und Marvin Stefaniak hat man ein 27-Tore-Trio verloren. Zudem verlief die Vorbereitung nicht optimal.

Ergebnistechnisch ist das sekundär, aber die lange Verletztenliste macht Sorgen. Auch Sportdirektor Ralf Minge: "Sechs Verletzte - allesamt potenzielle Stammspieler - sind schwer zu verkraften. Das ist das, was ich im Moment am meisten bedaure. Aber wir hoffen, dass sie in den nächsten Wochen nach und nach wiederkommen", sagte er bei "1953 - Der Dresdner Fußball-Talk", bei dem auch Matthias Sammer zu Gast war.

Matthias Sammer (l.) und Ralf Minge plauderten mit Radio-Dresden-Moderator Jens Umbreit über Fußball im Allgemeinen und Dynamo im Speziellen.
Matthias Sammer (l.) und Ralf Minge plauderten mit Radio-Dresden-Moderator Jens Umbreit über Fußball im Allgemeinen und Dynamo im Speziellen.

Für den einen oder anderen angeschlagenen Spieler könnte es zwar für den Auftakt am Sonntag im DDV-Stadion gegen den MSV Duisburg reichen, Sören Gonther und Rico Benatelli beispielsweise trainierten am Dienstag wieder mit der Mannschaft. Doch reicht insgesamt die Qualität des Kaders?

"Fakt ist: Wenn alle Jungs am Start sind, haben wir eine gute Mannschaft. Und mit Uwe Neuhaus einen Trainer, der Spieler besser macht", ist Minge überzeugt. Den Ruf nach (und die Notwendigkeit von) weiteren Verstärkungen hört und sieht natürlich auch Minge.

"Ich bin täglich im Austausch mit dem Trainer. Wir gehen jeder Spur nach, tun aber gut daran, nur das auszugeben, was wir haben. Der Trainer will so schnell wie möglich, ich auch. Wir bemühen uns, das zeitnah umzusetzen. Aber das ist immer eine Frage von Qualität und Machbarkeit."

Von seinem ehemaligen Mitspieler Matthias Sammer bekommt Minge in dieser Frage Rückendeckung - auch wenn er die wohl gar nicht braucht. "Transferzeit ist Strategiezeit. Man muss immer vernünftig sein und weiterdenken. Solche Entscheidungen muss man für das ganze Jahr verantworten. Und Ralf Minge ist prädestiniert dafür", mahnt der mittlerweile 49-Jährige zu Ruhe und Geduld.

Angesichts des aktuellen Transferwahnsinns, der sogar bis in die 2. Ligen durchschlägt, hatte Minge zuletzt "damit zu tun, dass wir keinen abgeben. Es ist unheimlich viel Geld auf dem Markt durch unsere englischen und chinesischen Freunde." Zuletzt musste man sich eines Millionenangebotes der Wolverhampton Wanderers für Linksverteidiger Philip Heise "erwehren".

Dass noch etwas in punkto Neuzugängen passieren wird, unterstreicht aber auch diese Aussage von Minge: "Wir werden das Saisonziel erst formulieren, wenn der Kader steht und alle Mann an Bord sind."


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