Fazit und Ausblick bei Dynamo: "Die eine oder andere Überraschung wird's vielleicht geben"

Die Dynamo-Wand steht nicht nur optisch hinter Uwe Neuhaus. Der Trainer war auch in schwierigeren Phasen dieser Saison unumstritten.
Die Dynamo-Wand steht nicht nur optisch hinter Uwe Neuhaus. Der Trainer war auch in schwierigeren Phasen dieser Saison unumstritten.  © Lutz Hentschel

Dresden - Das schwarz-gelbe Fußballjahr 2017 ist Geschichte. Bevor es für Uwe Neuhaus mit seiner Frau Britta und den beiden Hunden in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub an die Nordsee geht, zog der 58-jährige Dynamo-Trainer sein Hinrunden-Fazit.

Die Halbserie

Dynamo rutschte zwischendurch in die Abstiegsregion, hatte eine echte Ergebniskrise. Richtig nervös sei aber nie geworden, sagt Neuhaus: "Nervös ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Dass man sich Sorgen gemacht hat, ich glaube, dass kann jeder verstehen, wenn man Drittletzter ist. Dann muss man sich auch Gedanken und Sorgen machen. Aber einige Dinge sind erklärbar. Ich glaube, dass wir dann auch wieder zurück in die Spur gekommen sind. Schade, dass wir in Duisburg nicht nachlegen konnten. Mit den drei Siegen am Stück hat sich die Situation natürlich ein kleines bisschen entspannt. Aber so richtig zufrieden bin ich nicht, kann ich nicht sein. Ich hätte mir schon einen anderen Verlauf gewünscht, weniger Verletzungen."

Gründe für die "Krise"

"Die Saison fing schwierig an. Da waren die Leistungsträger, die wir haben ziehen lassen müssen. Dann viele, viele Verletzte mit Beginn der Vorbereitung, teilweise noch aus der alten Saison. Schlechte Testspiele, dementsprechende Ergebnisse. Das hat sich mit Beginn der Saison fortgesetzt: zwei Komplettausfälle mit Testroet und Gonther, dann immer wieder Verletzungen bei anderen Leistungsträgern. Dann kam eine Phase, wo wir englische Wochen hatten. Wo ich auch eingeräumt habe, dass ich da vielleicht zu viel rotiert habe. Vielleicht hätten wir dann im Pokal die nächste Runde erreicht, vielleicht hätten wir dann aber in der Meisterschaft noch schlechter abgeschnitten. Das kann man nie so genau sagen. Die zahlreichen Verletzungen haben uns jedenfalls nicht so in Tritt kommen lassen. Aber man muss seine Arbeit immer überdenken, auch im Erfolgsfall."

Lage der Liga

"Die Liga ist mit der aus dem vergangenen Jahr nicht zu vergleichen. Wir haben bärenstarke Aufsteiger, die allesamt gute Spiele gezeigt haben und fantastisch in der Tabelle stehen. Aber die Punktabstände sind allgemein minimal. Bei zwei verlorenen oder andersrum zwei gewonnenen Spielen ändert sich die Situation drastisch. Man braucht Konstanz bis zum letzten Spiel. Nur so kann man da unten rauskommen. Das Niveau der Liga insgesamt ist gestiegen. Die Aufsteiger werden von der Euphorie getragen. Und weil es diesmal keine Topfavoriten gibt, haben viele Vereine sehr viel investiert. Union ist da ein Paradebeispiel für die, die gesagt haben: Aufstieg ist unser Ziel."

Zu- und/oder Abgänge

Dynamo wird in der Winterpause zumindest noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv - so viel steht immerhin fest. "Ich bin natürlich immer erreichbar, aber wir haben ein gutes Netzwerk. Ich bin fast täglich mit Ralf Minge im Austausch."

Für Aias Aosman (Dubai) oder Philip Heise (England) könnten dagegen erneut Angebote in Millionenhöhe kommen. Zumindest bei Aosman wäre Dynamo wie schon im Herbst gesprächsbereit. "Wir sind natürlich mit den Spielern im Austausch. Die ein oder andere Überraschung wird's vielleicht geben. Die Geheimnisse, die Spieler haben, werden sie nicht immer dem Trainer sagen. Ich glaube aber, dass das die Position ist (Aosman/Mittelfeld), wo wir am wenigsten Probleme haben.

Da haben wir die meisten Alternativen, deutlich mehr als in der Innenverteidigung zumindest. Da sind wir äußerst dünn besetzt." Deshalb wird ein neuer Defensivmann kommen, der bereits zum Trainingsauftakt am 3. Januar seinen Dienst antreten soll.


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