Aue überraschend auf Platz 7! Das sind die vier Gründe

Aue - Das jetzt, das ist böse, richtig böse sogar. Aber es ist auch wahr.

Für den FC Erzgebirge begann die Saison nach der Entlassung von Thomas Letsch. Co-Trainer Robin Lenk, der jetzige Cheftrainer Hannes Drews, Fitnessguru Werner Schoupa und Torwarttrainer Max Urwantschky machten zusammen aus einer lahmen Enten ein Rennpferd. In den letzten sechs Spielen holte Aue 13 Punkte und steht auf Platz 7. Nur Düsseldorf holte mehr. Das hat Gründe, TAG24 zählt vier auf.

Sturmtrio

Der FCE-Zug zum Erfolg (v.l.): Nicolai Rapp und Fabian Kalig stehen hinten gut - da können die Torjäger Sören Bertram, Pascal Köpke und Dima Nazarov vorne erfolgreich ballern.
Der FCE-Zug zum Erfolg (v.l.): Nicolai Rapp und Fabian Kalig stehen hinten gut - da können die Torjäger Sören Bertram, Pascal Köpke und Dima Nazarov vorne erfolgreich ballern.  © DPA

Pascal Köpke, Sören Betram und Dimitrij Nazarov harmonieren seit Wochen perfekt.

Dabei sticht einer noch heraus. „Köpke hat heute den Unterschied gemacht“, sagte ein zufriedener Hannes Drews nach dem 1:0 gegen Sandhausen.

Der Stürmer hat mittlerweile schon nach sieben Spielen acht Scorerpunkte - das ist der beste Wert der Liga. An den vergangenen sieben Treffern war Köpke direkt beteiligt.

Dazu strahlt das Trio mit sicheren und schnellen Kombinationen ständige Gefahr aus.

Einer ist immer zu kontrollieren, drei nicht. „Es war schwer, die Balance zu finden, um gegen die drei nicht noch in einen Konter zu laufen“, seufzte Sandhausens Trainer Kenan Kocak nach der Partie.

Einstellung

Aue ist ein gutes, kompaktes Zweitligateam - ohne individuelle Einzelkönner.

Deshalb müssen Einsatz und Leidenschaft stimmen, sonst geht für die Mannschaft gar nichts. Stimmt beides nicht, kann es auch mal in einem Debakel enden, wie beim 0:3 gegen Kiel.

Doch danach berappelten sich die Kicker aus dem Erzgebirge und zeigten gegen Kaiserslautern und Sandhausen ihr anderes Gesicht.

Spielerisch war das nicht immer schön, brachte aber sechs Punkte ein.

Trainer-Trio

Das neue Erfolgsduo an der Seitenlinie: Chefcoach Hannes Drews (r.) und sein "Co" Robin Lenk.
Das neue Erfolgsduo an der Seitenlinie: Chefcoach Hannes Drews (r.) und sein "Co" Robin Lenk.  © Picture Point/Kerstin Kummer

Lenk leistete Großes, baute das Team nach dem Fehlstart mental auf, brachte es mit vier Punkten aus seinen beiden Spielen in die Spur.

Das 3:1 gegen Nürnberg war Sahne. Dann kam Drews. Er wirkte nach dem Heimdreier das erste Mal so richtig gelassen und erleichtert, lachte nach dem Abpfiff herzlich.

„Wenn man zu einem neuen Verein kommt, möchte man den Fans mit einem Sieg etwas geben“, meinte der junge Trainer.

Im zweiten Anlauf gelang ihm das. Drews scheint nun angekommen im Erzgebirge. In den ersten Wochen war viel auf ihn geprasselt. Erste Profi-Station, viele Medien-Termine, dazu schnell eine englische Woche.

Jetzt kann Drews durchschnaufen und seine Mannschaft auf das Spiel gegen den 1. FC Union Berlin einstellen.

Tedesco

Wirft immer noch einen langen Schatten im Erzgebirge: Domenico Tedesco.
Wirft immer noch einen langen Schatten im Erzgebirge: Domenico Tedesco.

Domenico Tedesco hat immer noch einen langen Schatten im Erzgebirge hinterlassen.

Thomas Letsch scheiterte als sein Erbe. Aue kehrte zurück zur erfolgreichen Spielidee des Frühjahres. So stellte auch Kocak fest: „Man sieht noch die Handschrift von Domenico Tedesco.“

Die Ideen des zum FC Schalke abgewanderten Trainers sowie sein implementiertes Spielsystem funktionieren noch immer.

Die Aufgabe von Drews ist nun, eine Weiterentwicklung zu schaffen.

Das heißt vor allem Lösungen zu finden, wenn Aue mal in Rückstand gerät. Ein Manko beim FCE - eines der wenigen derzeit.


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