Fan-Entgleisung: "Holocaust"-Skandal bei Aue-Spiel in Braunschweig

Das Banner wurde beim Aue-Spiel in Braunschweig hochgehalten.
Das Banner wurde beim Aue-Spiel in Braunschweig hochgehalten.  © Picture Point/Roger Petzsche

Frankfurt/Main/Aue - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat eine Entgleisung von Fans des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue scharf verurteilt und Konsequenzen gefordert.

Im Spiel bei Eintracht Braunschweig am Freitagabend (1:1) war im Auer Block ein Banner mit der Aufschrift "Sportgerichtsbarkeit = Vereinsholocaust" gezeigt worden.

In einer am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung verlangt der DFB von den Verantwortlichen eine Entschuldigung und von der Fanszene in Aue eine deutliche Distanzierung. Er kündigte ein Ermittlungsverfahren des DFB-Kontrollausschusses an. "Das Banner verharmlost in nicht hinnehmbarer Weise die Verbrechen des Nationalsozialismus und verhöhnt damit die Opfer des menschenverachtenden Holocaust", heißt es in der DFB-Mitteilung.

Das Banner aus Aue lasse trotz des Dialogangebotes des Verbandes an die Ultra-Szene keine Toleranz oder Ermessen zu, niemand dürfe im Bewusstsein des historischen Kontextes darüber hinwegsehen, betont der DFB.

Es ist nicht das erste Mal, dass Aue-Fans mit solchen Bannern auffallen. Bereits im Februar 2015 gab es einen Eklat, als die Fans im Heimspiel gegen RB Leipzig ein Plakat mit dem Bild von RB-Mäzen Dietrich Mateschitz hochhielten, auf dem geschrieben stand: "Ein Österreicher ruft und ihr folgt blind, wo das endet, weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen!"

Dazu wurde ein weiteres Plakat von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz in Nazi-Uniform entrollt. Bislang hat sich der Verein zum Vorfall in Braunschweig noch nicht geäußert.

Update, 15.20 Uhr: Nun hat sich der Verein auf der eigenen Homepage geäußert:

"Der FC Erzgebirge Aue e.V. distanziert sich auf das Schärfste von dem beim Auswärtsspiel in Braunschweig im Auer Fanblock gezeigten Transparent, welches die DFB-Sportgerichtsbarkeit in einen Kontext zum Dritten Reich bzw. zum singulären Verbrechen des Holocaust setzt. Dieses Spruchband stellt nicht nur eine nicht hinnehmbare Verhöhnung der Millionen Opfer der Verbrechen des Nationalsozialismus dar, sondern verunglimpft gleichzeitig in absolut unerträglicher Weise den Deutschen Fußball-Bund und dessen Gerichtsbarkeit. Der FC Erzgebirge Aue sieht es als seine Pflicht an, schnellstmöglich die für dieses Plakat Verantwortlichen zu ermitteln und mit aller Entschiedenheit gegen derartiges Verhalten vorzugehen. Gleichzeitig kann sich der FCE hiermit nur für dieses völlig inakzeptable Fehlverhalten einiger weniger Personen im Auer Fanblock in Braunschweig entschuldigen."

Auch die Botschaft an den DFB war deutlich, aber im legalen Rahmen.
Auch die Botschaft an den DFB war deutlich, aber im legalen Rahmen.  © Picture Point/Roger Petzsche

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