Ex-Profi Fiel: So lief sein erstes Jahr als U17-Coach bei Dynamo

Wenn der Trainer redet, ist Zuhören angesagt! Cristian Fiel spricht nach dem letzten Punktspiel zu seiner Mannschaft.
Wenn der Trainer redet, ist Zuhören angesagt! Cristian Fiel spricht nach dem letzten Punktspiel zu seiner Mannschaft.

Dresden - Für die Fans ist er immer noch ihr "Fußballgott", er hat das Gesicht von Dynamo jahrelang geprägt: Nun versucht Cristian Fiel (37), die Jungs der "U 17" voranzubringen und das auch in den kommenden drei Jahren. Im Interview mit TAG24 verrät der ehemalige Spieler, wie der Trainer Fiel tickt.

TAG24: Sie haben mit dem Team die Klasse gehalten und den NOFV-Pokal geholt. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer ersten Saison als Cheftrainer?

Fiel: "Ich bin dankbar und glücklich, wie es gelaufen ist. Auch wenn wir in der Vorrunde eine Phase hatten, in der wir nicht so viele Punkte geholt haben. Das war brutal, auch für mich. In dem Moment dachte ich: Das gibt es doch nicht. Das war wirklich eine schwere Zeit. Der ‚Höhepunkt‘ war das 0:7 bei RB, da dachte ich wirklich: Alles klar, jetzt wird es ganz schwer mit dem Klassenerhalt. Dann haben wir taktisch bisschen was verändert, die Kurve bekommen und Ende mit dem Abstieg nichts zu tun gehabt. Darauf können die Jungs stolz sein."

TAG24: Wie haben Sie die erste kleine Krise als Cheftrainer gemeistert?

Fiel: "Das wollen Sie nicht wirklich wissen (lacht). Nein, im Ernst, das war schon ein schwierigerer Moment in der Saison. Aber wie im Profi-Fußball auch, geht es samstags schon wieder weiter und du hast die Möglichkeit, es besser zu machen. Also ging es darum, die Fehler anzusprechen und im Training hart daran zu arbeiten, sie abzustellen."

Früher konnte er sich auf dem Platz austoben, jetzt gibt Cristian Fiel von der Seitenlinie die Kommandos.
Früher konnte er sich auf dem Platz austoben, jetzt gibt Cristian Fiel von der Seitenlinie die Kommandos.

TAG24: War es für Sie eine große Umstellung, nicht nur auf dem Platz zu stehen, sondern sich der Theorie und Vorbereitung zu widmen und stundenlang im Büro zu sitzen?

Fiel: "Das auf jeden Fall. Es ist etwas völlig anderes, wenn man die Verantwortung für eine Mannschaft hat. Mein Ziel ist es, dass man sieht, was wir als Trainer spielen möchten. Wir investieren in der Woche viel Zeit, bereiten die einzelnen Trainingseinheiten vor, sehen uns Spiele der Gegner an, um uns ein Bild von ihnen zu machen und die Taktik für das Wochenende zu besprechen."

TAG24: Sie sprechen von wir, wer unterstützt Sie bei Ihrer täglichen Arbeit?

Fiel: "Mein Co-Trainer Thomas Henning, mit dem ich voll auf einer Wellenlänge liege. Mit ihm konnte ich mich über alles austauschen. Dann unsere Physiotherapeutin Jeanette Haseloff und unser Mannschaftsleiter Tom Tölg. Egal, ob ein Trikot fehlte, ein Spieler verletzt war, oder es einfach darum ging, das alles reibungslos funktioniert, auf sie konnte ich mich zu jeder Tages- und Nachtzeit immer zu 100 Prozent verlassen. Sie haben mir und uns über die gesamte Saison unfassbar viel geholfen."

TAG24: Ist der Druck, die Verantwortung für eine ganze Mannschaft zu haben, mit dem als Profispieler zu vergleichen?

Fiel: "Es ist etwas völlig anderes. Als Spieler habe ich ‚nur‘ den Druck und die Verantwortung für mich, meine beste Leistung auf dem Platz zu zeigen. Als Trainer habe ich für das gesamte Team, also die 18 Jungs, die ich für das jeweilige Spiel nominiere, die Verantwortung."

TAG24: Was mussten sie denn im Umgang mit ihren Spielern lernen?

Fiel: "In aller erster Linie Geduld, Geduld und nochmal Geduld. Man kann nicht von 15, 16-Jährigen das gleiche erwarten wie von Profis. Das musste ich am allermeisten lernen."


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