Wahnsinns-Comeback vor leerem K-Block! Dynamos Aufstiegstraum lebt wieder

Trainer Uwe Neuhaus (li.) und sein Assistent Peter Németh vor dem leeren K-Block.
Trainer Uwe Neuhaus (li.) und sein Assistent Peter Németh vor dem leeren K-Block.  © Lutz Hentschel

Dresden – Außer grauem Beton war im K-Block nichts zu sehen, am Himmel wurde es immer dunkler, doch Dynamo knipste das Licht im Aufstiegskampf noch einmal gewaltig an: Die Schwarz-Gelben bewiesen am Mittwochabend Kämpferqualitäten, als sie nach einem 0:1-Rückstand gegen den 1. FC Heidenheim noch den Sieg holten.

Sebastian Griesbeck hatte den Gegner vor 19.687 Zuschauern im DDV-Stadion in der 49. Minute in Führung gebracht, in der 79. traf Erich Berko nach einem tollen Pass vom eingewechselten Marcel Hilßner zum 1:1 und dann war es wieder Stefan Kutschke, der zum 2:1 (86.) einnetzte und Dynamos Traum von der Bundesliga am Leben hält.

Und das durfte die Mannschaft gefühlt vor dem K-Block feiern, denn die Fans standen am Mittwochabend auf einer anderen Seite wie eine Wand hinter dem Team und verwandelten das Stadion vor allem in der Schlussphase wieder in einen Hexenkessel.

Die Schwarz-Gelben mussten in der ersten Hälfte in Richtung K-Block spielen, in dem dieses Mal Totenstille herrschte. Denn nach einer DFB-Strafe war Dynamo mit der Sperre des beliebten und bekannten Stehplatz-Blockes belegt wurden, der sonst mit 9055 Fans prall gefüllt ist.

Doch wer die größte Stadionfahne Europas nähen kann, der lässt sich natürlich von sowas nicht ausbremsen und so zogen die Anhänger einfach auf die Gegentribüne, von der aus sie den Spielern ihren gewohnten lautstarken und ungebrochenen Support schenkten.

Erich Berko leitete mit seinem Treffer zum 1:1 die Aufholjagd ein.
Erich Berko leitete mit seinem Treffer zum 1:1 die Aufholjagd ein.  © Lutz Hentschel

Auf dem Rasen war die Partie zunächst von vielen kleinen Nickligkeiten geprägt. Nach dem 3:3-Unentschieden in Stuttgart und vor dem Top-Duell am Montag in Braunschweig rotierte Neuhaus Giuliano Modica und Andreas „Lumpi“ Lambertz aus der Startelf, für sie liefen Jannik Müller und Erich Berko auf. Den verletzten Kapitän Marco Hartmann (Muskelfaserriss) ersetzte wie schon beim VfB Manuel Konrad.

Nach 20 Minuten war klar, dass Neuhaus Ende der englischen Woche wieder umstellen wird, denn Marvin Stefaniak, der das Team als Kapitän aufs Feld führte, sah seine fünfte Gelbe Karte und fehlt damit bei der Eintracht.

Dynamo versuchte, offensiv Akzente zu setzen, vor allem Erich Berko, doch seine Pässe in der 25. und 35. Minute konnten Aosman und Stefaniak nicht verwerten, in der 26. zog er selbst drüber.

Stürmer Stefan Kutschke, der in Stuttgart für einen Hattrick gesorgt hatte, bekam von Mathias Wittek eine Sonderbewachung, die nicht immer regelkonform war.

Denn schon in der 20. Minute riss der Verteidiger Dynamos Goalgetter um, da hätte es Elfmeter geben können. Und auch vor der Großchance von Niklas Hauptmann (43.) brachte er Kutschke zu Fall.

Stefan Kutschke (li.) stand bei Mathias Wittek unter Dauerbewachung und das nicht immer regelkonform.
Stefan Kutschke (li.) stand bei Mathias Wittek unter Dauerbewachung und das nicht immer regelkonform.  © Lutz Hentschel

Kurz nach der Halbzeit wurde es richtig bitter. Denn der Linienrichter sah ein Foul von Aosman, das keines war, gab daraufhin Freistoß und der führte zum Tor für den Gegner. Florian Ballas ließ Griesbeck entwischen, der den Ball von Schnatterer im Kasten zum 1:0 für den FCH versenkte.

In der 60. Minute mussten die Fans ganz tief durchatmen. Denn Aosman, der nicht seinen besten Tag erwischte, stellte am Sechzehner das Bein gegen Marc Schnatterer raus, Glück, und wohl auch ausgleichende Gerechtigkeit nach der Szene mit Wittek und Kutschke, dass die Pfeife von Schiedsrichter Christian Dietz stumm blieb.

Zwei Minuten zuvor hatte der Deutsch-Syrer alleinstehend vor Keeper Kevin Müller eine Großchance versemmelt.

In der 75. Minute gab Marcos Álvarez sein Debüt für Dynamo, mit ihm kam auch Marcel Hilßner. Und auf den waren sofort die Augen gerichtet, denn erst nahm der den Ball traumhaft mit dem Kopf mit, dann passte er auf Berko, der das 1:1 per Kopfball besorgte.

Und mit einer Kopie des Treffers zum 2:0 in Stuttgart krallte sich Dynamo noch die drei Punkte. Denn nach einer schönen Flanke von Philip Heise war es wieder Goalgetter Kutschke, der eiskalt zuschlug und mit seinem 15. Tor den Sieg am Ende noch sicherte (86.).


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