Ein Schuss vor den Bug! Giftige Störche fressen die „Veilchen“

Aues Pascal Koepke (l) und Kiels Dominik Schmidt im Zweikampf um den Ball.
Aues Pascal Koepke (l) und Kiels Dominik Schmidt im Zweikampf um den Ball.  © DPA

Aue - Der Boden der Tatsachen ist hart! Nach sieben Punkten in Folge gab es nun eine gehörigen Schuss vor den Bug. Gegen die wie aus einem Guss spielenden Gäste aus Kiel verlor der FC Erzgebirge vor 8000 Zuschauern mit 0:3 (0:2) - und sah dabei so gut wie keinen Stich.

Wenn sich einer verwundert zeigte, warum Holstein als Tabellendritter nach Aue kam, der wusste nach fünf Minuten, warum.

Kiel zog ein Spiel auf, das dem Gastgeber nicht schmeckte. Der KSV stellte mit vier Mann in vorderster Front zu, zog hinten teilweise eine Sechserkette auf und beackerte Aue, wo es nur ging.

Just als der FCE ins Spiel fand, schlug Kiel zu. Einen langen Ball klärte Dominik Wydra im Zweikampf mit Steven Lewerenz, doch die Kugel kam zu Alex Mühling (15.), der das Ding aus 17 Metern ins Eck schlenzte.

Aues Dimitrij Nazarov, Pascal Köpke, Sören Bertram, Fabian Kalig und Nicolai 
Rapp (v.r.n.l.) bilden bei einem Eckball eine Reihe und werden von Kiels 
Sebastian Heidinger (l) bewacht.
Aues Dimitrij Nazarov, Pascal Köpke, Sören Bertram, Fabian Kalig und Nicolai Rapp (v.r.n.l.) bilden bei einem Eckball eine Reihe und werden von Kiels Sebastian Heidinger (l) bewacht.  © DPA

Das Tor zog dem ganzen Erzgebirge den Stecker. Auf dem Feld lief nix, auf den Tribünen waren die 90 mitgereisten Holstein-Fans lauter als die 7910 anderen.

Es spielte nur ein Team - und das hatte Rot an. Begünstigt von unglaublich vielen Auer Fehlern rollte eine Welle nach der anderen auf das Tor von Martin Männel.

Und wie schon vorm 0:1: Als sich der FCE gefangen hatte, durch einen Pfostenkopfball von Fabian Kalig (38.) wieder dran war, legte Kiel nach: Lewerenz, völlig unbehelligt von Calogero Rizzuto, spielte eine Flanke direkt auf Marvin Duksch (41.), der den Ball aus 16 Metern per Dropkick ins Netz jagte. Der zweite Nadelstich tief ins "Veilchen"-Herz!

Kiel entnervte Aue auch in der 2. Hälfte. Der Gastgeber rannte zwar an, kämpfte auch, das soll gar nicht unerwähnt bleiben, aber: Nahezu jeden gefährlichen Angriff unterband der Gast mit einem kleinen Foul. 17 gab es davon zwischen der 46. und 70. Minute!

Die Störche gingen aber auch keinem Zweikampf aus dem Weg, zeigten sich äußerst präsent. So kamen die Einheimischen nie in den Rhythmus. Das machte ihnen zu schaffen, sie rieben sich mehr und mehr an den giftigen Kielern auf.

Der FCE hatte zwar mehr Ballbesitz, konnte sich die Kugel aber nicht einmal in seiner Hälfte in Ruhe zuspielen, die Holsteiner waren immer da.

Das spürte auch Wydra, der unter Bedrängnis Männel anspielen wollte - aber viel zu kurz. Den Katastrophen-Rückpass angelte sich Duksch (77.), er sagte artig danke, schoss ein und ging feiern.

Alexander Mühling (8, Kiel) erzielte den Treffer zum 0:1.
Alexander Mühling (8, Kiel) erzielte den Treffer zum 0:1.  © Picture Point

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0