Nach Banner-Gate gegen Dynamo: DFB leitet Ermittlungsverfahren gegen St. Pauli ein

Mit dem ersten Teil des Banners provozierten die Pauli-Fans bereits die Dresdner.
Mit dem ersten Teil des Banners provozierten die Pauli-Fans bereits die Dresdner.  © Fotostand

Dresden/Hamburg - Die drei wichtigen Punkte im Abstiegskampf haben sie mit dem 2:0 im Sack, doch im Nachgang des Spiels gegen Dynamo Dresden könnte der Sieg vom Sonntag für den FC St. Pauli noch teuer werden.

Denn am Montag bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB), dass aufgrund des Banners, das die Dresdner Bombenopfer von 1945 verhöhnte, nun gegen den Verein ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Dem Kiezklub droht damit eine saftige Geldstrafe, zuletzt gab es sogar Zuschauer-Teilausschlüsse für einige Vereine. Allerdings standen diese wegen zahlreichen Vergehen unter Bewährung vom DFB. Der DFB-Kontrollausschuss wird vom FC St. Pauli eine Stellungnahme anfordern und den Sachverhalt anschließend bewerten, teilte der DFB auf Anfrage mit. Mögliche Strafen gegen die Hamburger werden auf Grundlage der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB geprüft.

Im Spiel gegen die Schwarz-Gelben hatten die Ultras der Paulianer ein Banner hochgehalten, auf dem Stand: "Schon Eure Großeltern haben für Dresden gebrannt. Gegen den doitschen Opfermythos".

Der Klub, unter der Leitung von Geschäftsführer Andreas Rettig, hatte sich sofort nach dem Spiel bei Dynamo entschuldigt. Die SGD verurteilte das menschenverachtende Banner scharf.

"Opfer von Krieg und Gewalt zu verhöhnen – das überschreitet nicht nur alle Grenzen des Geschmacks und der Meinungsfreiheit, es ist nicht zu akzeptieren und untergräbt unsere auch im Sport geltenden humanistischen Werte. Im Interesse der gesellschaftlichen Akzeptanz des Fußballs und der friedlichen Fans ist es daher wichtig, dass solche Entgleisungen – gleich in welchem Stadion sie passieren und wem sie anzulasten sind – nie wieder geschehen", sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born.

Er begrüßte, dass sich die Verantwortlichen des gegnerischen Vereins sofort mit Dynamo nach dem Spiel in Verbindung gesetzt und sich sowohl in aller Form schriftlich, als auch persönlich entschuldigt haben.

Allerdings hatten sich auch die SGD-Anhänger nicht mit Ruhm bekleckert und auf ihrem Transparent geschrieben: "Jeder meiner Freunde fickt jeden Eurer Freunde."

Der zweite Teil des Banners verhöhnte die Bombenopfer vom Luftangriff 1945 auf Dresden.
Der zweite Teil des Banners verhöhnte die Bombenopfer vom Luftangriff 1945 auf Dresden.  © Fotostand