Hartmann nimmt Dynamo-Pleite auf sich: "Habe der Mannschaft die Punkte geklaut!"

Blankes Entsetzen bei Hartmann, Jannik Müller und Florian Ballas (v.l.).
Blankes Entsetzen bei Hartmann, Jannik Müller und Florian Ballas (v.l.).  © Lutz Hentschel

Dresden - Nach 37 Tagen wollte er endlich wieder Leitwolf sein, seinem Team ab der 63. Minute helfen, den Sieg gegen Kaiserslautern zu retten, doch am Ende war Dynamo-Kapitän Marco Hartmann nach der 1:2-Niederlage nur noch ein Häufchen Elend.

Allerdings eins, dass nicht mit der Situation, den Umständen oder der Mannschaft haderte, sondern eins, dass brutal hart mit sich selbst ins Gericht ging. "Es ist heute einfach kacke gelaufen, ich habe der Mannschaft die Punkte geklaut. Ich habe uns den Abend ziemlich versaut", sagte er schon direkt nach dem Spiel bei "Sky".

Wenige Minuten später in der Mixed Zone sezierte er seine Fehler noch im Detail. "Ich habe heute drei Riesenfehler gemacht. Freistoß sinnlos verursacht, Abseits aufgehoben und den Ball, den ich einfach mit links mitnehmen muss, durchgelassen. Es ist ein Ball, den muss ich zu einhundert Prozent gewinnen. Lautern hatte keine Mittel. Ich habe einen großen Teil dazu beigetragen, dass sie welche bekommen haben", so Hartmann weiter.

Vor dem ersten Gegentor verursachte der Kapitän den Freistoß, der zum 1:1 führte und sah dafür Gelb. Vor dem 1:2 vertändelte er den Ball gegen den Torschützen Lukas Spalvis in Höhe der Mittellinie, der allerdings dann auch völlig unbedrängt durch die gesamte Hintermannschaft von Dynamo spazierte.

Marco Hartmann nahm die Niederlage gegen den Tabellenletzten komplett auf sich.
Marco Hartmann nahm die Niederlage gegen den Tabellenletzten komplett auf sich.  © Lutz Hentschel

Dabei hatte Hartmann sogar zwei Möglichkeiten, um das 2:0 zu machen. "Das ist ja noch die Krönung. Ich hätte noch zwei machen können", konnte er diesen Montagabend einfach nicht begreifen.

Der Leitwolf, der zuvor das letzte Mal beim 2:2 gegen Ingolstadt am 14. Oktober im DDV-Stadion auf dem Platz stand, ging nicht nur hart mit sich selbst um, sondern schätzte auch den sonstigen Auftritt realistisch ein.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit das Spiel wieder so ein bisschen dahinplätschern lassen. Wahrscheinlich ist es immer die Befürchtung, dass man ausgekontert werden kann, dann spielt man lieber den sicheren Ball. Trotzdem hatten wir es kontrolliert und nach hinten nichts zugelassen. Es ist ein ganz schöner Rückschlag. Wir sind immer noch in der Hinrunde und es gibt genug Möglichkeiten, es besser zu machen", versuchte er am Ende dann doch, den Blick irgendwie nach vorn zu richten.

Trainer Uwe Neuhaus nahm Hartmann in Schutz. "Es ehrt ihn, dass er es zu einhundert Prozent auf seine Kappe nimmt, aber ich bin nicht ganz damit einverstanden. Sicherlich hätte er bei dem Freistoß ein besseres Verhalten an den Tag legen können. Aber es sind immer mehrere beteiligt. Zum 1:2 geht er sicherlich zu heiß und übermotiviert hin. In den beiden Szenen hatten wir zu viel Herz, da hätten wir ein Stück mehr Hirn gebrauchen können", sagte der Coach, ohne Hartmann aber die Alleinschuld an der Niederlage zu geben.

Für beide war es sicher eine schlaflose Nacht, doch Hartmann macht klar: "Wir wussten vorher, dass es eklig wird, wenn wir das Spiel verlieren, jetzt müssen wir damit umgehen."


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