Erste Konsequenzen nach G20: Vier Männern droht jetzt eine Millionen-Strafe!

Hamburg - Die Zerstörungen und Brandstiftungen an der Elbchaussee zum G20-Gipfel haben ab Dienstag ein erstes juristisches Nachspiel. Fünf junge Männer müssen sich nun im Zusammenhang mit dem gewalttätigen Aufmarsch vom 7. Juli 2017 vor dem Landgericht Hamburg verantworten.

 Polizisten stehen im Juli 2017 hinter einer brennenden Barrikade in Hamburg.
Polizisten stehen im Juli 2017 hinter einer brennenden Barrikade in Hamburg.  © DPA

Unter den Angeklagten sind vier junge Männer aus dem Raum Frankfurt/Offenbach (Hessen) im Alter von 24, 22 und 18 Jahren sowie ein 23-jähriger Franzose.

Ihnen wird Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Weitere Anklagepunkte sind Mittäterschaft bei Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Rund 220 schwarz vermummte Personen hatten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft morgens in einem Park an der Elbchaussee getroffen und waren stadteinwärts gezogen. Dabei setzten sie innerhalb kurzer Zeit mindestens 19 Autos in Brand und richteten - auch durch weitere Zerstörungen - einen Sachschaden von rund einer Million Euro an.

Acht Menschen erlitten Schocks oder wurden verletzt. Videoaufnahmen von dem Aufmarsch und den brennenden Autos hatten Entsetzen bei vielen Hamburgern ausgelöst (TAG24 berichtete).

Dunkler Rauch steigt über Hamburg auf: Am Dienstag beginnt ein erster G20-Prozess.
Dunkler Rauch steigt über Hamburg auf: Am Dienstag beginnt ein erster G20-Prozess.  © DPA

Weil zwei Angeklagte zur Tatzeit minderjährig waren, findet der Prozess vor einer Jugendkammer statt. Die beiden 18-Jährigen wurden bereits kurz nach ihrer Verhaftung Ende Juni wieder freigelassen. Der 23-jährige Angeklagte aus der Nähe von Nancy wurde am 5. Oktober von den französischen Behörden überstellt und sitzt ebenfalls in U-Haft.

Er soll einen Böller gezündet und in einen Hauseingang und im Schanzenviertel Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen haben.

Die Angeklagten müssen bei einer Verurteilung wegen schweren Landfriedensbruchs mit mehreren Jahren Haft rechnen sowie mit Schadensersatzforderungen von insgesamt einer Million Euro. Der Strafrahmen für schweren Landfriedensbruch liegt zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Auch aktuell fahndet die Hamburger Polizei noch nach 53 weiteren Tatverdächtigen. Am Donnerstag wurden entsprechende Fotos veröffentlicht (TAG24 berichtete).

Nach Angaben vom Donnerstagmorgen werden im Zusammenhang mit den Geschehnissen derzeit rund 3.500 Ermittlungsverfahren geführt - darunter 780 Verfahren gegen rund 880 namentlich bekannte Tatverdächtige.

Und damit soll noch lange nicht Schluss sein. "Die G20-Straftäter dürfen sich nach wie vor nicht sicher fühlen", sagte Timo Zill, Pressesprecher der Hamburger Polizei. Auch im Jahr 2019 würden die Ermittlungen mit Hochdruck fortgesetzt werden.

Titelfoto: DPA

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