G20-Prozesse: Erster Angeklagter gesteht Plünderungen vor Gericht

Hamburg - Die Plünderungen von Geschäften beim G20-Gipfel stehen ab Freitagvormittag im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Amtsgericht Hamburg. Angeklagt ist ein 30-Jähriger, der am 7. Juli 2017 zusammen mit anderen Personen in einen Drogeriemarkt und einen Lebensmittelmarkt im Schanzenviertel eingedrungen sein soll.

Ein Rewe-Supermarkt im Schanzenviertel ist nach den Plünderungen im Juli 2017 zerstört.
Ein Rewe-Supermarkt im Schanzenviertel ist nach den Plünderungen im Juli 2017 zerstört.  © dpa/Daniel Bockwoldt
Er habe Getränkeflaschen, Zigaretten und weitere Dinge aus den Märkten gestohlen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Bei den Plünderungen in den beiden Geschäften sei ein Schaden von mehr als zwei Millionen Euro entstanden.

Der 30-jährige Deutsche soll auch mehrfach Glasflaschen auf Polizisten geworfen haben, das erste Mal nach Auflösung der "Welcome to Hell"-Demonstration am 6. Juli 2017 am Fischmarkt, dann am folgenden Abend vor den Plünderungen im Schanzenviertel und erneut im selben Bereich am Tag danach.

Einen Beamten habe er an der Schulter getroffen.

Die Anklage lautet unter anderem auf schweren Landfriedensbruch, tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und versuchte gefährliche Körperverletzung.

Die Randalierer hatten während des G20-Gipfels in Hamburg auch eine Budni-Filiale geplündert.
Die Randalierer hatten während des G20-Gipfels in Hamburg auch eine Budni-Filiale geplündert.  © dpa/Daniel Reinhardt

Update, 12:35 Uhr:

Der Angeklagte hat zum Auftakt des Prozesses fast alle Anklagepunkte eingeräumt. "Die Anklage ist im wesentlichen richtig", sagte der Verteidiger des 30-Jährigen aus Köln. Die Aktion sei von einer Sinnlosigkeit gekennzeichnet gewesen, die seinen Mandanten heute sprachlos mache.

Er sei im Juli 2017 nicht aus politischen Gründen nach Hamburg gereist. "Für ihn war es mehr ein Event, da ist was los", sagte Rechtsanwalt Günter Teworte vor dem Amtsgericht. Der Angeklagte selbst erklärte, er habe damals Drogen und viel Alkohol konsumiert.

Titelfoto: dpa/Daniel Reinhardt

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