Gästeschwund! Letzter Brunch im „Flemming“

Am letzten Tag war das „Flemming“ nochmal gut gefüllt - der Alltag sah anders aus.
Am letzten Tag war das „Flemming“ nochmal gut gefüllt - der Alltag sah anders aus.

Chemnitz - Punkt 17 Uhr ging am Sonntag ein Stück Chemnitzer Gastronomie-Geschichte zu Ende: Das Panorama-Restaurant „Flemming“ schloss für immer seine Türen.

Das Lokal mit dem Weitblick im 12. Stock des Klinikums war vor acht Jahren eröffnet worden. 368,40 Meter über dem Meeresspiegel, 110 Sitzplätze, 42 Panorama-Scheiben und ein Blick, der bei gutem Wetter bis ins 70 Kilometer entfernte Borna reichte - dort war nicht nur die Küche ein Genuss.

Aber: Die Gäste blieben immer öfter aus. Klinikum-Sprecher Uwe Kreißig (46): „Zwar lief der Brunch am Sonntag sehr gut. Aber die Woche hat nun mal sieben Tage.“ Dabei hatten sich die Macher immer wieder etwas einfallen lassen, luden zu Candle-Light-Abenden, Klavierkonzerten oder Lesungen ein.

Prominenten Besuch gab’s ebenfalls: So dinnierte im „Flemming“ der ehemalige „Tagesschau“-Sprecher und jetzige WDR-Intendant Tom Buhrow, sogar ein ägyptischer Prinz war von Küche und Ausblick begeistert.

Im obersten Stockwerk hatte das Klinikum Chemnitz versucht, das gehobene Restaurant zu etablieren.
Im obersten Stockwerk hatte das Klinikum Chemnitz versucht, das gehobene Restaurant zu etablieren.

Preislich war das „Flemming“ anspruchsvoll - für eine Flasche italienischen Rotwein legten die Gäste schon mal 52 Euro hin, den Steinbutt gab’s für 24,50 Euro, das Rinderfilet für 17 Euro.

Kreißig sieht’s mit einem weinenden und einem lachenden Auge: „Wenigstens mussten wir niemanden entlassen, die sechs Mitarbeiter bekommen neue Jobs bei uns.“ In Zukunft soll die Panorama-Etage für private Feiern und Tagungen vermietet werden.

Fotos: Jan Bommel


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