Polizei platzt bei Gaffern nach Horror-Crash der Kragen: "Willst du den Toten sehen?"

Nürnberg - Ein folgenschwerer Unfall auf der A6 riss am Dienstagnachmittag einen 47 Jahre alten Mann aus dem Leben. Als wären solche schrecklichen Ereignisse nicht schon belastend genug für die Rettungskräfte, mussten sie sich anschließend auch noch mit unbelehrbaren Gaffern herumschlagen. Dem Leiter der Verkehrspolizei Feucht platzte schließlich der Kragen.

Stefan Pfeiffer, Leiter der Verkehrspolizei Feucht, konfrontierte die Gaffer mit ihrem unmöglichen Verhalten.
Stefan Pfeiffer, Leiter der Verkehrspolizei Feucht, konfrontierte die Gaffer mit ihrem unmöglichen Verhalten.  © NEWS5 / Grundmann

Gegen 11.20 Uhr krachte auf der A6 zwischen der Anschlussstelle Roth und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd ein Lkw-Fahrer in einen auf der Fahrbahn stehenden Lastwagen.

Die alarmierten Helfer konnten nichts mehr für den 47-Jährigen tun, er erlag seinen Verletzungen noch an der Unglücksstelle.

Die restlichen Unfallbeteiligten kamen nach ersten Angaben der Polizei mit dem Schrecken davon.

Nach dem schrecklichen Unfall spielten sich hässliche Szenen ab: Immer wieder filmten Gaffer mit ihren Handys beim Vorbeifahren die Stelle des Unglücks.

"Es ist erschreckend, wie wenig Empfinden die Leute mit der Lage haben", sagte Stefan Pfeiffer, Leiter der Verkehrspolizei Feucht, gegenüber NEWS5 vor Ort.

Also griff der leitende Beamte zu wirkungsvollen Mitteln: Er trat an die Schaulustigen heran und bot ihnen an, den Verunglückten direkt anzuschauen.

Gaffer nach tödlichem Unfall auf A6 bei Nürnberg

Die Polizei hatte nach dem schweren Unfall auf der A6 bei Nürnberg wieder mit Gaffern zu kämpfen.
Die Polizei hatte nach dem schweren Unfall auf der A6 bei Nürnberg wieder mit Gaffern zu kämpfen.  © NEWS5 / Grundmann

"Kannst gerne aussteigen und die Leiche anschauen. Wollen Sie das? Dann verschwinden Sie und das schnell!", konfrontierte Pfeiffer einen gaffenden Autofahrer.

Zu einem ausländischen Fahrer eines Transporters sagte er auf Englisch: "Wo kommst du her? Steig aus und ich zeige dir was. Willst du den Toten sehen? Für Fotos? Komm mit. Da liegt er, willst du ihn sehen? Willst du nicht? Warum machst du dann Fotos?"

Stefan Pfeiffer erklärte sein Vorgehen folgendermaßen: "Wir stellen fest, dass das direkte Konfrontieren mit der Situation die Leute schockiert und klar macht, dass das kein Spiel ist, sondern bittere Realität."

Das Führerhaus des verunglückten Sattelzuges wurde durch den Aufprall vollständig zerstört.
Das Führerhaus des verunglückten Sattelzuges wurde durch den Aufprall vollständig zerstört.  © NEWS5 / Grundmann

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