Galeria Karstadt Kaufhof: Tausende Jobs in Gefahr, Werbung lobt "endlich eins"

Köln/Essen - An den Häusern von Karstadt und Kaufhof in Köln hängen nach der Fusion und Umbenennung in "Galeria Karstadt Kaufhof" große Werbeplakate. Sie versprechen eine bessere Einkaufswelt, während Tausende Mitarbeiter um ihre Jobs fürchten.

Das Karstadt-Warenhaus in Köln trägt einen neuen Namen.
Das Karstadt-Warenhaus in Köln trägt einen neuen Namen.  © DPA

Kunden und Tausende Mitarbeiter von "Galeria Karstadt Kaufhof" wie Karstadt und Galeria Kaufhof nach der Fusion jetzt heißen, reiben sich die Augen.

Mit großen Plakaten wirbt der Konzern und verspricht: "Mehr Auswahl, bessere Angebote, schöner shoppen". Eines der Plakate hängt beispielsweise großflächig am Karstadt-Warenhaus in Köln.

Doch noch wundersamer klingen die Werbesprüche des Konzerns in Mails an die Kunden.

"Für Sie beginnt jetzt ein aufregendes neues Shopping-Zeitalter: Karstadt und Kaufhof kommen zusammen und erneuern sich zu Galeria Karstadt Kaufhof", heißt es darin.

Wie aufregend die Fusion und der geplante Stellenabbau von 1600 Stellen in den Geschäften für die vielen Mitarbeiter tatsächlich ist, bleibt offen.

Doch der Konzern verspricht: "Wir halten Sie über unsere gemeinsamen Fortschritte mit Freuden auf dem Laufenden." Es werde garantiert alles noch besser, schöner und vorteilhafter für sie, heißt es.

Verdi rechnet mit mehr Entlassungen bei Karstadt

So sieht das neue Unternehmen nach der Umbenennung und Zusammenlegung im Logo aus.
So sieht das neue Unternehmen nach der Umbenennung und Zusammenlegung im Logo aus.  © DPA

Bei der Gewerkschaft Verdi in Berlin hat man andere Informationen. Der Zusammenschluss der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof bedroht nach Angaben der Gewerkschaft Verdi noch mehr Arbeitsplätze in den Kaufhof-Filialen als bisher bekannt.

Die Unternehmensführung wolle "nun schon 1800 statt 1600 Vollzeitstellen in den Kaufhof-Filialen streichen", warnte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Dienstag.

Ein Karstadt-Sprecher wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben.

Im Januar hatte Karstadt angekündigt, im Zuge der Kaufhaus-Fusion insgesamt rund 2600 Vollzeitstellen abbauen zu wollen, davon 1600 in den Filialen.

In seinem derzeitigen Zustand sei der Kaufhof "langfristig nicht überlebensfähig", sagte Konzernchef Stephan Fanderl damals.

Nutzenberger verlangte von der Führung des Handelsriesen erneut ein nachhaltiges Zukunftskonzept. "Zurzeit hat man aber eher den Eindruck, dass das neue Unternehmen Galeria Kaufhof Karstadt kaputt gespart und die Existenzgrundlage von zigtausend Beschäftigten ruiniert werden soll", kritisierte sie.

Man werbe mit mehr Beratung in den Filialen, streiche aber gleichzeitig Hunderte Stellen. "Das ist eine Sackgasse", sagte Nutzenberger.

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