Galopprennbahn vor dem Aus? Stadt darf Räumung durchsetzen!

Nun will der Renn-Klub Revision gegen die Entscheidung des Gerichtes einlegen.
Nun will der Renn-Klub Revision gegen die Entscheidung des Gerichtes einlegen.  © dpa/Boris Roessler

Frankfurt - Steht die Galopprennbahn in Frankfurt-Niederrad endgültig vor dem Aus?

Es ist ein klarer Erfolg für den Magistrat der Stadt Frankfurt und den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat am Donnerstag klar festgestellt, dass die Räumungsklage der Stadt zulässig ist und durchgesetzt werden darf. Doch der Rennklub Frankfurt hat noch eine Chance.

Der Betreiber der traditionsreichen Galopprennbahn vor der beeindruckenden Kulisse der Frankfurter Skyline hatte vor Gericht vergeblich auf die Einhaltung des ursprünglich bis 2024 laufenden Nutzungsvertrages für das Areal im Stadtteil Niederrad gepocht.

Bereits im vergangenen Dezember hatte das Frankfurter Landgericht der Räumungsklage der Stadt stattgegeben. Nun hielten auch die OLG-Richter die Kündigung des Vertrages mit dem Rennklub für statthaft. Sie ließen gleichzeitig aber eine Revision zu.

Es ist darum sehr wahrscheinlich, dass der Streit in eine weitere Runde geht. Rennklub-Vorstandsmitglied Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels hatte schon im Vorfeld angekündigt, bei einer Niederlage vor Gericht weiterkämpfen zu wollen (TAG24 berichtete).

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Computersimulation zeigt, wie das DFB-Leistungszentrum aussehen soll.
Die Computersimulation zeigt, wie das DFB-Leistungszentrum aussehen soll.

Auf dem Gelände im Stadtteil Niederrad will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Leistungszentrum errichten.

Die Übergabe des Geländes war eigentlich schon im vergangenen Jahr geplant, dagegen hatte sich der Rennklub vehement gewehrt.

Auch ein Penisbruch des Rennklub-Vorstands Graf zu Solms-Wildenfels hatte den Prozess vorübergehend verzögert.

Bei der Stadtverwaltung Frankfurt lagen die Nerven angesichts der Gegenwehr des Clubs zwischenzeitlich blank. Frankfurts Baudezernent Jan Schneider (CDU) hatte die Penisbruch-Verzögerung im Juni als "Stück aus dem Tollhaus" bezeichnet, wie Hessenschau.de berichtet.

Im günstigsten Fall könnte der DFB noch in diesem Jahr mit ersten Baumaßnahmen beginnen und seine Fußball-Akademie bis 2021 am Wunschstandort fertigstellen.

Doch was, wenn der der Rennklub den Rechtsstreit weiter fortsetzt? In diesem Fall könnte dem DFB der Geduldsfaden reißen.

Als mögliche Ausweich-Standorte werden vor allem die Städte Friedberg und Bad Vilbel gehandelt.

Update, 11.50 Uhr: Revision definitiv nicht ausgeschlossen

Der Frankfurter Rennklub schließt den Gang in die Revision ausdrücklich nicht aus. „Wir prüfen das weitere Vorgehen“, sagte Rennklub-Vorstandsmitglied Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels. Auch finanzielle Fragen müssten geprüft werden.

Der Klub kann die Vollstreckung der Räumung unter Umständen durch Zahlung einer Sicherheitsleistung in Höhe von 350.000 Euro zunächst abwenden.

Titelfoto: dpa/Alexander Heinl


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