"Game of Thrones": Warum die neue Episode enttäuscht!

Berlin -Rückkehr in alte Zeiten! In der vierten Episode der achten Staffel von "Game of Thrones" fühlt man sich an den Serienbeginn zurückversetzt. Was nicht unbedingt positiv zu verstehen ist.

Die Starks und ihre Freunde betrauern die Toten aus der Schlacht um Winterfell.
Die Starks und ihre Freunde betrauern die Toten aus der Schlacht um Winterfell.  © PR/HBO

ACHTUNG, SPOILER!

Denn erneut ist die Fallhöhe nach der grandiosen dritten Folge schlichtweg zu groß, um aufgefangen werden zu können.

Es hat den Anschein, dass auch die Macher ihre Schwierigkeiten hatten, eine Zwischenepisode auf herausragendem Niveau zu erschaffen.

Das hat nicht nur mit dem Starbucks-Fehler zu tun (TAG24 berichtete). Als viel schwerwiegender und ernüchternder erweist sich die Entscheidung, die größte Schlacht der Fernsehgeschichte nicht angemessen zu würdigen.

Stattdessen gehen die alten Ränkespielchen wieder los.

Sansa Stark (Sophie Turner) kann Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) noch immer nicht leiden, die ihre Macht wiederum bröckeln sieht, weil Jon Schnee alias Aegon Targaryen (Kit Harington) von den Menschen aller Herkunft gemocht und als ihr Anführer angesehen wird.

Unglaubwürdige Wendungen

 Jon Schnee alias Aegon Targaryen (Kit Harington) ist ein allseits beliebter Anführer.
Jon Schnee alias Aegon Targaryen (Kit Harington) ist ein allseits beliebter Anführer.  © PR/HBO

So gibt es in dieser Episode unzählige Streitigkeiten, ganz so, als hätte es den gemeinsamen, glorreichen Kampf um das Schicksal der Welt nicht gegeben, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt und stellenweise sogar wütend macht, weil genau das, die Würdigung des bisherigen Geschehens, sonst die Stärke dieser Weltklasse-Serie ist.

Zu Beginn dieser neuen Folge werden die Toten der Schlacht um Winterfell betrauert, verbrannt und beim gemeinsamen, zu ausufernd gezeigten Saufgelage gefeiert.

Dort werden die ersten Risse unter den Verbündeten deutlich, die zusammen so viel erlebt haben.

Genau aus diesem Grund vermag die Episode nicht zu überzeugen, sondern enttäuscht, weil die Charakterentwicklung nicht an die sonstige Klasse der Serie in dieser Kategorie heranreicht.

Dazu handelt Daenerys entnervend unklug und auch Jon begeht Fehler, deren gesamte (vermutlich fatale) Auswirkungen erst in den finalen zwei Episoden zu sehen sein werden.

GoT-Macher hetzen voran

Auch Daenerys Targaryen (vorne, Zweite von rechts; Emilia Clarke) und ihre Freunde betrauern die vielen Verstorbenen.
Auch Daenerys Targaryen (vorne, Zweite von rechts; Emilia Clarke) und ihre Freunde betrauern die vielen Verstorbenen.  © PR/HBO

Die liebgewonnenen Figuren so zerstritten zu sehen, schmerzt und lässt für das große Finale schlimmes erahnen. Hinter dem Rücken werden nämlich bereits wieder Pläne des Verrats geschmiedet.

Dieser "GoT"-Alltag kommt nach der nervenaufreibenden Schlacht deutlich zu schnell zurück.

Man hat das Gefühl, dass hier eine weitere Episode, in der sich das langsam andeutet und entwickelt, dem Erzähltempo gut getan hätte. Dramaturgisch ist es nämlich alles andere als klug, so schnell weiterzuziehen. Die Helden verstreuen sich alsbald in alle Richtungen.

So zieht die Targaryen-Armee etwa nach Königsmund, wo sie eine furchtbare Überraschung erwartet, der es ebenfalls an Glaubwürdigkeit und der epischen Qualität fehlt, die die Serie sonst ausmacht.

Auch den Andeutungen des Wahnsinns rund um die besonnene und starke Daenerys fehlt nach ihrem bisherigen Weg jeglicher Nährboden. Fans werden erahnt haben, was kommt und wie Cersei Lennister (Lena Headey) gemeinsam mit Euron Graufreud (Pilou Asbaek) und Qyburn (Anton Lesser) die Verteidigung der Stadt optimiert hat.

Schockierende Tode

Die Flotte von Euron Graufreud (Pilou Asbaek) bewacht Königsmund.
Die Flotte von Euron Graufreud (Pilou Asbaek) bewacht Königsmund.  © PR/HBO
Doch wie schnell ein Protagonist den Tod findet, erscheint nach allem, was diese Figur bisher geleistet hat, unglaubwürdig, obwohl das schreckliche Ende schockiert und damit für einen der emotional aufwühlendsten Momente der Folge sorgt. Letzteres gilt ebenfalls für den zweiten Tod.

Auch davon abgesehen hat "Die letzten Starks" seine Momente. Wenn die Andeutungen und Abschiede bereits auf die kommenden Folgen schließen lassen und sich eine ausweglose Lage entwickelt, ruft auch diese Episode große Gefühle hervor, die durch die Locations, insbesondere die Aufmachung von Königsmund, und die starke Kameraführung noch verstärkt werden.

So ist auch das letzte Geleit für die verstorbenen Figuren bewegend in Szene gesetzt worden. In beinahe jeder anderen Serie wäre diese Folge eine der stärksten Episoden. Bei "Game of Thrones" sieht es allerdings anders aus.

So lässt sich zusammenfassen, dass die vierte Folge einige Schwächen und Fehler hat, die in dieser Summe nicht zu erwarten waren. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass es den Machern gelingt, der Serie ein würdiges Ende zu spendieren.

Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) hat trotz ihres Drachen in der neuen Episode nur wenig zu lachen.
Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) hat trotz ihres Drachen in der neuen Episode nur wenig zu lachen.  © PR/HBO

Titelfoto: PR/HBO

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