Schockierend: "Game-of-Thrones"-Schlacht um Winterfell lässt einem Blut in den Adern gefrieren

Dresden - Wow. Einfach nur wow. Wer die dritte Folge der achten Staffel von "Game of Thrones" gesehen hat, braucht anschließend erstmal eine Erholungspause, um die Erlebnisse verarbeiten zu können! Obwohl die Serie einem bereits viel abverlangt hat, war keine Episode so schockierend wie "die Schlacht um Winterfell".
Auf Samwell Tarly (r., John Bradley) und Aegon Targaryen (Kit Harington) kommen schwere Aufgaben zu.
Auf Samwell Tarly (r., John Bradley) und Aegon Targaryen (Kit Harington) kommen schwere Aufgaben zu.  © PR/HBO

Achtung, dieser Artikel enthält Spoiler zur Handlung der aktuellen Folge!

Zu Beginn läuft Samwell Tarly (John Bradley) überfordert durch die Festung. Die Kamera folgt dem früheren Soldaten der Nachtwache durch Winterfell. Nach und nach sind die Ausmaße der Vorbereitungen auf den großen Kampf zwischen Lebenden und Untoten zu sehen.

Die vielen bekannten Gesichter rüsten sich für die größte Fernsehschlacht aller Zeiten.

Vor der Mauer haben die wilden Dothraki auf ihren Pferden Stellung bezogen, dahinter stehen unzählige Unbefleckte in militärischer Formation. Auch viele Helden haben sich in vorderster Front platziert.

Doch der Nachtkönig und die Armee der Untoten lassen auf sich warten.

Stattdessen kommt überraschend die rote Priesterin Melisandre (Carice van Houten) im hohen Norden an und bittet Ser Jorah Mormont (Iain Glen), ihre Ratschläge ins Dothrakische zu übersetzen.

Wie schon der erste Teil der Schlacht Entsetzen hervorruft

Daenerys (l., Emilia Clarke) und Aegon Targaryen (Kit Harington) beobachten die Dothraki, die in die Finsternis reiten.
Daenerys (l., Emilia Clarke) und Aegon Targaryen (Kit Harington) beobachten die Dothraki, die in die Finsternis reiten.  © PR/HBO

Auf seinen Befehl hin ziehen die großgewachsenen Kämpfer deshalb dann ihre Arakh-Krummschwerter. Melisandre betet zum Herrn des Lichts - und alle Schwerter werden in leuchtendes Feuer getaucht!

Davon beflügelt reiten die Dothraki gemeinsam mit Mormont in die Finsternis.

Tausende nicht-berittene Soldaten drücken ihre Daumen, auch Aegon Targaryen (Kit Harington) und Daenerys (Emilia Clarke) schauen, von ihren Drachen bewacht, auf einer Anhöhe zu, wie sich das Flammenmeer in Bewegung setzt.

Als die Dothraki jedoch plötzlich auf ihre Widersacher treffen, werden aus dem mutigen Gebrüll schnell Angstschreie.

Es dauert nur wenige Augenblicke, bis kein einziges brennendes Schwert mehr in der Ferne zu sehen ist. Wenn schon diese beinharten, schlachterprobten Kämpfer innerhalb von Sekunden untergehen, wie sollen dann erst die anderen standhalten?

Es sieht also sehr schlecht für die Lebenden aus. Denn Winterfell droht nun, überrannt zu werden...

Begeisternder Epos

Die mächtigen Drachen spielen in der dritten Folge der achten Staffel eine entscheidende Rolle.
Die mächtigen Drachen spielen in der dritten Folge der achten Staffel eine entscheidende Rolle.  © PR/HBO

All das und noch einiges mehr geschieht in den ersten 13 Minuten der 78 Minuten langen Episode.

Fans und auch Freunde bester Unterhaltung werden anschließend vergessen, dass sie eine Serie gucken und in den Geschehnissen versinken.

Denn selten war ein Fernseherlebnis so nervenzerfetzend, aufwühlend, niederschmetternd und dramaturgisch genial inszeniert, wie "die Schlacht um Winterfell", die in technischer Hinsicht alles bisherige in der TV-Landschaft (meilenweit) in den Schatten stellt.

Den Verantwortlichen um den britischen Serien-Regisseur Miguel Sapochnik ("True Detective", "Masters of Sex", "Fringe - Grenzfälle des FBI") ist das große Kunststück gelungen, die Episode nicht zu überfrachten und die Spannung durchgehend auf höchstem Level zu halten.

Dazu ist auch die Inszenierung bombastisch. Die Kämpfe brauchen den Vergleich mit großen Kinoproduktionen nicht zu scheuen.

Im Gegenteil. Während man diese epischen, extrem aufwendig choreografierten Schlachtszenen gebannt betrachtet, stellt man sich unweigerlich vor, sie auf großen Kinoleinwänden sehen zu können. Was das erst für eine Wirkung gehabt hätte, vermag man sich gar nicht auszumalen...

Nervenflattern und Fingernägel kauen ist angesagt

Kann Aegon Targaryen (Kit Harington) den Sieg des Nachtkönigs verhindern?
Kann Aegon Targaryen (Kit Harington) den Sieg des Nachtkönigs verhindern?  © PR/HBO

Denn auch mit deutlich schwächerer technischer Ausstattung ist großes Mitfiebern und Fingernägel kauen angesagt, um das eigene Nervenflattern halbwegs im Zaum halten zu können, was allerdings nicht gelingt.

Mit ansehen zu müssen, wie die Figuren, die man ins Herz geschlossen hat, einer nahezu hoffnungslosen Situation ausgeliefert sind, kostet mental viel Kraft.

Wird überhaupt jemand überleben oder ist der Nachtkönig mit seiner gewaltigen, nie müde werdenden Armee zu stark?

Die Zeit, darüber nachzudenken, bleibt einem während der Episode allerdings nicht, weil viel zu viel passiert.

Krasse, teilweise auch für Serien-Insider überraschende Wendungen sorgen für große Augen, Heldentode für tiefe Traurigkeit.

Zwar gibt es auch die ein oder andere Mini-Schwäche, weil einige Auflösungen etwas zu schnell abgehandelt werden, doch darüber lässt sich nicht nur hinwegsehen, das Haar in der Suppe zu suchen, ist bei einem Erlebnis, das emotional so mitreißt wie dieses, schlichtweg nicht angebracht.

Alles, was bisher geschah, führte auf diese Schlacht hin

Zwei entscheidende Figuren: Arya Stark (l., Maisie Williams) umarmt Aegon Targaryen (Kit Harington) herzlich.
Zwei entscheidende Figuren: Arya Stark (l., Maisie Williams) umarmt Aegon Targaryen (Kit Harington) herzlich.  © PR/HBO
Das Überleben, Wiederbeleben und die Rettung einiger Figuren hat seinen Sinn - und zwar in dieser Schlacht!

Der schicksalhafte Kampf ums Überleben wird auch von der herausragenden Kameraführung vom Deutschen Fabian Wagner ("Operation Overlord", "Justice League", "Sherlock") grandios eingefangen. Ob übersichtliche Aufnahmen aus der Drachenperspektive oder absichtlich unübersichtlich gehaltene Fights, die Bandbreite des gebürtigen Münchners ist gewaltig!

Außerdem tragen die vertrauten Locations, die stimmige Musikuntermalung vom Deutsch-Iraner Rami Djawadi ("Pacific Rim", "Kampf der Titanen", "The Great Wall"), die fantastischen Spezialeffekte, Kostüme und das aufwendige Make-up einen wichtigen Teil zur düsteren Atmosphäre bei.

Das gilt auch für die erstklassigen Leistungen des großen Schauspielensembles und die Arbeit der deutschen Synchronsprecher.

So ist die dritte Episode der finalen achten Staffel von "Game of Thrones" auf jeden Fall die gewaltigste der gesamten Fernsehgeschichte. Für viele wird sie wohl auch die beste Folge ever sein.

Können die letzten drei Episoden, die an den kommenden drei Montagen jeweils ab 3 Uhr nachts bei Sky Atlantic zu sehen sein werden und kurz darauf auf Abruf bei Sky Go und Sky Ticket verfügbar sind, da nochmal einen draufsetzen?

Brienne von Tarth (vorne-rechts; Gwendoline Christie) und Jaime Lennister (vorne-links, Nikolaj Coster-Waldau) treten den Untoten gemeinsam entgegen.
Brienne von Tarth (vorne-rechts; Gwendoline Christie) und Jaime Lennister (vorne-links, Nikolaj Coster-Waldau) treten den Untoten gemeinsam entgegen.  © PR/HBO

Titelfoto: PR/HBO

Mehr zum Thema Kino & Film News:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0