Mit Zombie-Shooter ganz nach oben: Dorf-Junge startet Gaming-Firma

Mengkofen - Was haben Harley Davidson, Apple, The Beatles und Disney gemeinsam? Sie alle starteten ihren weltweiten Siegeszug in einer Garage. Doch so etwas ist heute ja gar nicht mehr möglich. Oder doch?

"Zombies sind doof" - und daher leichter zu programmieren. In "Deadly Land" sind sie die Gegner.
"Zombies sind doof" - und daher leichter zu programmieren. In "Deadly Land" sind sie die Gegner.  © Youtube/Screenshot/Schmidt Games

Irgendwo in Niederbayern, in einem gut 6000-Seelen-Dorf, legt am Montag der 28-jährige Friedrich Schmidt den Grundstein für seinen Weg nach oben.

Zumindest wäre das sein Traum, wie er im TAG24-Gespräch erzählte: "Das Wunschziel wäre natürlich, meine eigene Firma wachsen zu lassen und an Bekanntheit zu gewinnen."

Seine Firma heißt "Schmidt Games" und wird am Montagabend um 18 Uhr ihr erstes Videospiel "Deadly Land" auf Steam veröffentlichen. "Was es genau kostet, kann ich gar nicht so genau sagen, da man den Preis in US-Dollar bestimmen muss. Aber es werden ungefähr 5 Euro sein."

In diesem Endless-Ego-Shooter ist das Ziel simpel: so lange wie möglich die immer schwerer werdenden Wellen von Zombie-Angriffen zu überleben.

Was hingegen so gar nicht simpel war: der Weg dorthin. 2017, während er noch Wirtschaftsinformatik an der FH Landshut studierte, begann er, sich selbst das Programmieren von Spielen beizubringen - per YouTube-Videos. Er entwickelte die beiden Spiele "Afandas Survival" (Open World Game) und "NAR - Not Another Royale" (Battle Royal Shooter), die Schmidt demnächst überarbeitet ebenfalls veröffentlichen möchte.

Sein Hauptaugenmerk liegt jetzt erstmal bei "Deadly Land", das - im Vergleich zu den beiden anderen Titeln - eher simpel wirkt: "Es ist ein Tipp, den dir alle Programmierer geben: Fang' klein an. Und genau das mache ich. Aus diesem Grund sind auch Zombies die Gegner. Denn seien wir uns ehrlich: Zombies sind doof."

Was er damit meint ist, dass er nicht zu viel Energie in die Entwicklung der künstlichen Intelligenz der Angreifer legen muss. Sie handeln nicht taktisch oder planen Schritte voraus, sie greifen einfach an. Was die Arbeit in einem Ein-Mann-Betrieb deutlich vereinfacht.

Fortnite-Vater "Epic Games" wurde bereits auf Schmidt aufmerksam

Der 28-jährige Friedrich Schmidt möchte im Idealfall seine Gaming-Firma bekannter machen.
Der 28-jährige Friedrich Schmidt möchte im Idealfall seine Gaming-Firma bekannter machen.  © privat

Zwischen den "Waves", also den Angriffswellen, der per Countdown angezeigt wird, hat der Spieler Zeit, seine Energie und Waffen wieder aufzurüsten und zu leveln.

"Während dieser Pausen gibt es auch immer wieder etwas zu entdecken, was man taktisch für sich nutzen kann", gibt Schmidt einen Tipp für alle Zocker.

Für das Spiel hat er sich Unterstützung von anderen Entwicklern geholt: "Ich arbeite mit der 'Unreal Engine 4' von 'Epic Games'." Auf dieser Engine basieren auch größere Titel wie "Terminator: Resistance", "Golem", "Borderlands 3" oder "Kingdom Hearts III".

"Die Software darf ich kostenlos verwenden, solange ich keinen Quartals-Umsatz von 6500 Euro überschreite." Dann verlangt "Epic Games" einen Anteil von 5 Prozent. Doch so hoch will Schmidt gar nicht stapeln.

"Ich erhoffe mir mit diesem Spiel keinen Reichtum. In erster Linie will ich weiter Updates programmieren und im Anschluss meine früheren beiden Games optimieren und veröffentlichen", so der 28-Jährige. Kleine Schritte will er gehen.

Und auch die können lukrativ sein. So hatte er bereits in der Vergangenheit für sich selbst ein Tool entwickelt, um Items zu generieren und dieses im Epic-Games-Store zur Verfügung gestellt: Epic Games habe das entdeckt und gegen eine einmalige Zahlung einen Monat lang den Entwicklern dieses Tool kostenlos bereitgestellt: "Mit dem Geld konnte ich mich einige Monate so weit über Wasser halten, dass ich mich auf 'Deadly Land' konzentrieren konnte."

Die Modelle, die in dem Spiel verwendet werden, sogenannte "Low Polygon Modelle", hatte er über Lizenzen erworben: "Eigene Häuser, Figuren und Requisiten zu designen wäre mir allein noch eine Hausnummer zu groß gewesen", gesteht Schmidt.

Ab Montagabend, 18 Uhr, soll der Ego-Shooter "Deadly Land" auf Steam zum Download bereitstehen. In den nächsten Wochen werden noch Verbesserungen folgen, wie der begeisterte "Call of Duty"-Zombie-Mode-Zocker verspricht: "Was sicher kommen wird, ist eine Rangliste, über die man sich mit anderen Spielern messen kann. Und vielleicht misst sich der kleine Ein-Mann-Betrieb eines Tages ja auch mit den "Big Playern" in der Games-Industrie.

Titelfoto: Youtube/Screenshot/Schmidt Games/privat

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