"Schande"! Bale-Berater geht auf Zidane los, kommt es jetzt zur Eskalation?

Madrid - Die Akte Gareth Bale könnte für Real Madrid langsam zum echten Problem werden. Droht etwa eine Schlammschlacht, die letztlich nur Verlierer hat?

Einer der wenigen gemeinsamen Momente. Marcelo und Gareth Bale bejubeln einen Treffer Bales im vergangen Dezember bei der Klub-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi.
Einer der wenigen gemeinsamen Momente. Marcelo und Gareth Bale bejubeln einen Treffer Bales im vergangen Dezember bei der Klub-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi.  © Hassan Ammar/AP/dpa

Dass Gareth Bale ein, vorsichtig gesagt, schwieriger Charakter ist, ist hinlänglich bekannt. Der Waliser spielt seit sechs Jahren bei den Königlichen in Madrid, ist bis heute trotz Doppelpack im Champions-League-Finale nicht angekommen. Eine 101-Millionen-Ehe, die nie wirklich gepasst hat. Doch die Scheidung entwickelt sich zur Endlos-Posse.

Bereits im Februar sprach Real-Schlussmann Thibaut Courtois (27) in der englischen "Sun" über das Innenleben der Real-Kabine und vor allem über die Rolle des inzwischen 30-Jährigen Walisers: "Es ist schwer, Gareth in einem Wort zu beschreiben. Er hat so viel Talent, aber es ist traurig zu sehen, dass das Talent so oft daran gehindert wird, zu glänzen."

Als Grund hierfür fügte er letztlich an, dass er sich bei den Königlichen wie ein Fremdkörper bewege.

Ein Beispiel hierfür wäre ein gemeinsamer Mannschafts-Abend gewesen: "Bale sagte nur, er würde nicht kommen. Er geht um 11 ins Bett." Der Belgier selbst, versucht sich anzupassen, zu leben wie ein Spanier: "Ich lebe wie jemand, der in Madrid geboren und aufgewachsen ist. Ich esse spät, ich gehe spät ins Bett. Es ist ihre Lebensweise."

Bale hingegen zeigt keinerlei Interesse an Themen wie Integration oder Identifikation. Team-Kollege Marcelo spielt seit 2007 bei den Königlichen, hat also die kompletten sechs Bale-Jahre bei den Madrilenen miterlebt.

"Bale spricht kein Spanisch. Wenn er spricht, dann Englisch. Eigentlich unterhalten wir uns mit Gesten", so der 30-Jährige Brasilianer.

Zidane möchten "den Golfer" Bale besser "morgen" schon loswerden

Bale 2016 bei einem Golfturnier in Südspanien.
Bale 2016 bei einem Golfturnier in Südspanien.  © EPA/A. Carrasco Ragel

Bale wird innerhalb der Truppe nur noch als "der Golfer" betitelt.

Das liegt zum einen an seiner Leidenschaft für diesen Sport, zum anderen aber an der von ihm getätigten Aussage, dass wenn sie ihn trotz seines Vertrages bis 2022 loswerden wollen, müsse sie man "mir 17 Millionen im Jahr zahlen. Wenn nicht, bleibe ich hier. Und wenn ich Golf spielen muss, werde ich es tun".

Bale stellt sich quer! Und der Hauptgrund, wieso der walisische Nationalspieler noch in Madrid "spielt", ist scheinbar sein üppiges Gehalt.

Bislang hat sich jedoch kein Verein gefunden, der Bale dieses jährliche Salär auch nur annähernd zahlen möchte.

Im Anschluss an die Test-Partie gegen den FC Bayern, in der Bale nicht zum Einsatz kam, wurde Real-Trainer Zinedine Zidane bei "Real Total" ungewohnt offensiv: "Er hat nicht gespielt, weil der Klub versucht, ihn zu verkaufen. Wir werden in den nächsten Tagen sehen, was passiert. Wenn er morgen geht, wäre es umso besser. Hoffentlich erfolgt der Abgang zeitnah. Das hoffe ich für alle, auch für ihn. Unser Klub spricht mit dem Klub, wo er spielen könnte. Wir arbeiten daran."

Real Madrid befindet sich, genau wie der FC Bayern, momentan auf großer US-Vermarktungs-Tour. Bayern-Trainer Kovac erteilte indes während der Reise einem möglichen Bale-Transer nach München eine klare Absage.

Kehrt Gareth Bale zu den Spurs zurück?

Gareth Bale 2011 im Trikot der "Spurs".
Gareth Bale 2011 im Trikot der "Spurs".  © EPA/ANDY RAIN

Die Aussagen des 47-jährigen Franzosen bringen Bales Berater Jonathan Barnett auf die Palme.

Gegenüber ESPN antwortete er prompt: "Das ist eine Schande, so über jemanden zu sprechen, der so viel für Real getan hat".

Barnett möchte sich und seinem Klienten nichts von Zidane diktieren oder sich von ihm gar unter Druck setzen lassen.

Als möglicher Abnehmer von Bale gilt der englische Premier-League-Klub Tottenham Hotspurs. 2013 verkaufte ihn der Londoner Klub noch für die damalige Rekord-Ablöse von 101 Millionen Euro an die Madrilenen. Das Gerücht einer Bale-Rückkehr wies Barnett jedoch schlichtweg als "Schwachsinn" zurück.

Es bleibt also spannend in der Causa Gareth Bale. Gut möglich, dass es noch zum ganz großen Knall kommt.

Zinedine Zidane hat keine Verwendung für Gareth Bale.
Zinedine Zidane hat keine Verwendung für Gareth Bale.  © Paul White/AP/dpa

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