Nur ein DSV-Adler überzeugt: Bilanz zur Halbzeit der Vierschanzentournee

Garmisch-Partenkirchen - "Viel Substanz" und ein breit aufgestelltes Team hatte Bundestrainer Werner Schuster (49) vor der Tournee angeboten. Nun liefert Markus Eisenbichler (27) Resultate - und die langjährigen Garanten fallen zurück.

Markus Eisenbichler liefert bei der Vierschanzentournee bislang starke Resultate ab.
Markus Eisenbichler liefert bei der Vierschanzentournee bislang starke Resultate ab.  © DPA

Eisenbichler musste Interview um Interview abspulen und sehnte sich bereits nach Ruhe, Andreas Wellinger (23) verschwand dagegen wortlos von der Großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen: Die Szenen, die sich nach dem Springen an Neujahr abspielten, waren ein Sinnbild für die Verschiebungen bei den DSV-Adlern

Eisenbichler ist nach zwei zweiten Rängen zum Start in die Vierschanzentournee nicht nur ein ganz heißer Anwärter für den Gesamtsieg, sondern auch der mit Abstand gefragteste aller DSV-Springer.

"Ich bin schon sehr glücklich, dass ich so ins neue Jahr starten konnte. Ich fühle mich einfach gut", sagte der 27 Jahre alte und gut gelaunte Bayer, nachdem ihm wie schon in Oberstdorf nicht viel auf Dauersieger Ryoyu Kobayashi (22) aus Japan fehlte.

Nach zwei Stationen lebt der Traum vom ersten deutschen Titel seit Sven Hannawald (44) vor 17 Jahren, er soll auch nach dem dritten Springen am Freitag (14 Uhr, ARD und Eurosport) in Innsbruck fortbestehen.

Freund ab sofort nur Zuschauer

Für Severin Freund ist die Tournee nach zwei Springen bereits vorzeitig beendet.
Für Severin Freund ist die Tournee nach zwei Springen bereits vorzeitig beendet.  © DPA

"Ich kann in Innsbruck extrem gut springen - und werde das hoffentlich auch", kündigte Eisenbichler mit Vorfreude vor dem dritten Springen der Tournee an. Am Mittwoch ist aber erstmal Ruhetag.

Bundestrainer Schuster betont schon seit Wochen, dass der Bayer im Training sein stärkster Athlet ist. Seit der Generalprobe für die Tournee in Engelberg geht es bei "Eisei" auch in den Wettkämpfen aufwärts. "Markus gibt die Pace vor. Er wird mit jedem Sprung selbstsicherer. Es ist sehr erfreulich, dass Markus sehr nah dran ist", so der 49-Jährige.

Abseits von Eisenbichler haben auch Stephan Leyhe (26), David Siegel (22) und Constantin Schmid (19) solide Leistungen hingelegt.

Der als Mitfavorit gehandelte Karl Geiger (25), Richard Freitag (27) sowie die Olympiasieger Wellinger und Severin Freund (30) bleiben dagegen hinter den Erwartungen zurück.

"Es war eine schlechte Leistung. Ich bin momentan nicht in der Form", bilanzierte Freund nach einem weiteren Aus im ersten Durchgang und jeder Menge Frust.

Nach Innsbruck und Bischofshofen darf er nicht mehr mitfahren, seinen Platz nimmt der 19-jährige Schmid ein. Wellinger darf trotz zweier Nullnummern noch den Österreich-Teil der Tournee bestreiten.

Die meisten DSV-Adler können bei der Vierschanzentournee nicht wirklich überzeugen.
Die meisten DSV-Adler können bei der Vierschanzentournee nicht wirklich überzeugen.  © DPA

Titelfoto: DPA


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