Fressen Aggro-Raupen dieses Welterbe auf?

Der Eichenprozessionsspinner macht sich im Gartenreich Dessau-Wörlitz breit.
Der Eichenprozessionsspinner macht sich im Gartenreich Dessau-Wörlitz breit.  © DPA

Dessau-Roßlau - Panik im Naturparadies: Das berühmte Gartenreich Dessau-Wörlitz hat ein massives Raupenproblem. Der Eichenprozessionsspinner hat sich breit gemacht und droht damit, das "Kapital" des Gartenreiches zu zerstören.

"Der Befall durch den Eichenprozessionsspinner hat hier im Vergleich zum Vorjahr um das 40-fache zugenommen", sagte der Forstwissenschaftler Ehlert Natzke (71) der "BILD".

Überall in den Eichen hängen Nester mit Hunderten Raupen. "Die Insekten gefährden akut die Existenz der Eichenbestände und damit auch die weitere Anerkennung als Weltkulturerbe. Ohne Eichenwälder gibt es kein Gartenreich mehr!", warnt der Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt.

Die Raupen können nicht nur den Bäumen gefährlich werden. Für Menschen sind die giftigen Härchen des Eichenprozessionsspinners ein Risiko. Sie können zu Ausschlag und Atemnot führen. Ein Waldarbeiter sei kürzlich per Hubschrauber aus dem Gartenreich direkt ins Krankenhaus geflogen worden, weiß Natzke. Er sei mit den Härchen der Raupe in Berührung gekommen und habe einen allergischen Schock erlitten.

Bereits im Mai warnte der Sprecher des Gartenreiches, Steffen Kaudelka, laut "BILD" vor der giftigen Gefahr: "Seit Jahren gibt es einen stetig wachsenden Schädlingsbefall an den Eichenbeständen." Zunächst fuhr man in Dessau-Wörlitz schwere Geschütze auf. Ein Hubschrauber sprühte Gift und einige Raupennester wurden per Hand abgesaugt.

Das Umweltbundesamt beschränkte den Einsatz jedoch. Deshalb spricht Natzke Klartext: "Wir fordern, dass endlich massiv gegen den Eichenprozessionsspinner vorgegangen wird." Schließlich geht es um nicht weniger als UNESCO-Welterbe.


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