Wie sich eine Gartensparte gegen Einbrecher wehrt

Kurz gesprüht, schon markiert: Künstliche DNA gibt es auch als Spray.
Kurz gesprüht, schon markiert: Künstliche DNA gibt es auch als Spray.

Von Eric Hofmann

Riesa - Erst Ende April schlugen sie wieder zu: Über Nacht stiegen Laubenknacker in die Sparte "Am Heideberg" in Riesa-Weida ein, rissen dort rabiat zehn Wasseruhren heraus.

Nicht der erste Bruch, doch für Kleingärtner-Chef Torsten Sittmann (42) Anlass, seine Sparte als erste in Sachsen mit künstlicher DNA aufzurüsten.

Die Telekom sichert damit ihre Leitungen, die Deutsche Bahn ihre Anlagen und die 81 Mitglieder des Riesaer Kleingartenvereins ihre Heckenscheren.

"Die Wasseruhren waren für uns der Auslöser", erklärt Torsten Sittmann. "Da haben wir Kontakt zu spectrum distribution in Dresden aufgenommen, uns beraten lassen."

Torsten Sittmann (42) hat seine Sparte komplett mit künstlicher DNA aufgerüstet.
Torsten Sittmann (42) hat seine Sparte komplett mit künstlicher DNA aufgerüstet.

Die Firma vertreibt sogenannte künstliche DNA - eine durchsichtige, nur schwer entfernbare Flüssigkeit.

In dieser stecken kleine, codierte Körnchen, sogenannte Microdots. Diese können von Polizei und Gerichtsmedizin ausgelesen werden. Markierte Gegenstände sind so unverkäuflich.

"Alle Mitglieder bei uns machen mit", sagt Sittmann stolz. "Wir haben von der Gießkanne über den Rasenmäher bis zur Schaufel alles markiert."

Große Warnschilder am Eingang machen das jedem auch ungebetenen Besucher sofort sichtbar. Damit ist "Am Heideberg" in Sachsen die erste gesicherte Sparte. Bleiben wird es so wohl nicht.

"Ich bin bereits mit mehreren Vereinen in Verhandlung", sagt Jörg Schulze (46) von spectrum.

"Wichtig ist bei der Absicherung, dass die DNA zu den Gegebenheiten passt. Die für Innenräume wird beispielsweise durch Sonnenlicht mit der Zeit wirkungslos."

Fotos: Ove Landgraf (1), imago (1)


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