Zum Geburtstag von Deniz Yücel: Bundesregierung kann in die Geschichte eingehen

Deniz Yücel zu Gast in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner".
Deniz Yücel zu Gast in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner".  © DPA

Berlin - Anlässlich des Geburtstags von Deniz Yücel an diesem Sonntag fordern mehrere Journalisten-Organisationen eine sofortige Freilassung des in türkischer Haft sitzenden Journalisten.

"Schützen Sie die Presse- und Meinungsfreiheit in Ihrem Land", heißt es in einem Offenen Brief an den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der am Samstag veröffentlichte Brief ist auf Deutsch und Türkisch verfasst. 14 Medienorganisationen haben unterzeichnet, darunter der Deutsche Journalisten-Verband. Der Deutsch-Türke Yücel ist seit knapp sieben Monaten gefangen.

Yücel ist Korrespondent der Zeitung "Die Welt". Er sitzt seit mehr als 200 Tagen im Gefängnis und feiert am Sonntag seinen 44. Geburtstag.

Anlässlich dieses besonderen Tages plant die Initiative "Freundeskreis #FreeDeniz" in Berlin einen Auto- und Fahrradkorso zum Kanzleramt.

Mit einem Autokorso demonstrieren Berliner am 28.02.2017 in Berlin vor dem Bundeskanzleramt für die Freilassung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel.
Mit einem Autokorso demonstrieren Berliner am 28.02.2017 in Berlin vor dem Bundeskanzleramt für die Freilassung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel.

Um 14.00 Uhr soll es dort eine Kundgebung geben, an der unter anderem Deniz Yücels Schwester Ilkay, "Reporter ohne Grenzen"-Vorstandssprecher Michael Rediske sowie Pfarrer Christian Zeiske von der Berliner Gethsemanekirche teilnehmen werden.

"Wir wollen die amtierende Bundesregierung daran erinnern, dass sie nur noch wenige Tage Zeit hat, als eine Bundesregierung in die Geschichte einzugehen, die sich genauso vehement für die Sicherheit deutscher Staatsbürger eingesetzt hat wie für die Sicherheit deutscher Unternehmen", schreibt die Initiative auf Facebook.

Die Verbände rufen Erdogan auf, Yücel, die Deutsche Meşale Tolu und alle anderen ausländischen politischen Gefangenen umgehend freizulassen. Dies gelte auch für "alle in der Türkei lebenden Kolleginnen und Kollegen, die aus politischen Gründen festgehalten werden".

Yücel, Tolu sowie der Menschenrechtler Peter Steudtner gehören zu einer Reihe von Deutschen, die aus politischen Gründen in der Türkei in Haft sind. Ihnen wird Unterstützung von Terroristen vorgeworfen.


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