Gedächtniskirche zerfällt: Muss der "hohle Zahn" bald gezogen werden?

Jedes Jahr besuchen rund 1,3 Millionen Menschen die Gedächtniskirche. Auch zum Kirchentag in Berlin werden viele in die City-West strömen, um den "hohlen Zahn" in Augenschein zu nehmen.
Jedes Jahr besuchen rund 1,3 Millionen Menschen die Gedächtniskirche. Auch zum Kirchentag in Berlin werden viele in die City-West strömen, um den "hohlen Zahn" in Augenschein zu nehmen.  © DPA

Berlin - Seit Jahren ist der Glockenturm mit einem Gerüst eingehüllt, weil der Beton langsam bröckelt. Das Geld fehlt und eine Sanierung ist nur mit Spenden möglich, die zu knapp sind. Obwohl es ein nationales Denkmal ist, beteiligen sich Bund und Land nicht an der Instandhaltung. Droht somit der endgültige Zerfall?

Das Wahrzeichen der City-West, Kriegsruine und symbolisches Mahnmal des Zweiten Weltkriegs. Hier trifft sich Moderne und Geschichte. Das beeindruckende Ensemble am Breitscheidplatz hat jedoch ein Problem: es zerfällt kontinuierlich. Feuchtigkeit dringt in den Beton ein, löst ihn auf.

Bislang konnten immer nur vereinzelt Sanierungen durchgeführt werden. Notdürftig, um die gröbsten Stellen zu flicken. Die Instandhaltung und Pflege des Baus bedarf Geld, was ausschließlich aus Spenden oder Kirchenmittel gewonnen wird. Ein Zustand, der nicht so bleiben soll, wie der Beirat "Neues Nutzungskonzept" beschlossen hat.

Beiratsmitglied Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, sagte am Freitag im Tagesspiegel, die Gedächtniskirche sei ein "nationales Denkmal, das ist der entscheidende Punkt".

Zimmermann fordert von der künftigen Bundesregierung ein einheitliches Konzept für die Gedächtniskirche, dies solle auch im Koalitionsvertrag fest verankert werden.

Allein für die bröckelnde Betonwabenfassade müssen alle 15 Jahre rund zehn Millionen Euro an Sanierungskosten aufgebracht werden. Durch Spenden und Werbung nicht stemmbar.

Titelfoto: DPA


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